Da sich plötzlich jede Band einredet Indie machen zu können, wird der Markt zwangsläufig zugemüllt. Die Briten um Island hingegen wissen worauf es ankommt und mixen auf ihrem Debüt „Feels Like Air“ gekonnt die Richtungen und Strömungen. So muss das.
Mundart in der Musik ist eine schwierige Sache. Wenn nicht gerade von Idiotenrock à la Andreas Gabalier die Rede ist, ist die Zielgruppe meist nicht gerade groß, meistens ein Paar aus der Region. Trotzdem sind Van Schelln mit Schellnbringer auch außerhalb von Mittelfranken einen Blick wert.
Mit ihrer EP „Monument“ beschreiten die Hamburger einen neuen Weg in ihrem musikalischen Schaffen. Immer noch hart, immer noch laut und ehrlich, aber dieses Mal mit deutschen Texten und aufgepepptem Sound.
The Sword setzen die auf dem Vorgänger bereits begonnen Transformation fort und liefern mit „Used Future“ eine großartige, moderne Reinkarnation des Progrocks der 70er ab.
Auch der Deutschrap hat seine Indieszene. Neben den Durchstartern Fatoni oder der Antilopen Gang, sind da aber auch die, die sich gerade aus dem Untergrund zu befreien versuchen. Wie Edgar Wasser, oder eben Juse Ju, mit seinem ersten Longplayer „Shibuya Crossing“.
Let Them Fall veröffentlichen mit Wolftales ihre erste Full-Lenght Platte. Ausgeklügelter female-fronted Metalcore aus Italien mit nordisch-mythologischer Inspiration und allem, was eine solide Metalcore-LP so braucht.
Levi The Poet ist ein Spoken Word-Musiker aus den USA. Während andere Bands mit Spielkunst an den Instrumenten überzeugen, schafft Levi Kunst aus Worten und das mit teils hypnotischer Euphorie.
Es ist unbestritten: Variationsmöglichkeiten einer Rockband sind, ohne den eigenen Stil zu verraten, letzten Endes limitiert. Einzelne Tonfolgen haben sich im musikhistorischen Kontext mehrfach wiederholt. Ob nun Neuland oder Heimeligkeit überwiegen sollte, muss man sich auf „Hard Feelings“ unweigerlich fragen.