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Mumford & Sons und "Prizefighter": Frühlingsgefühle

06.03.2026 | Mark Schneider

Habe ich beim letzten Album im Jahr 2025 noch von einer "Rekordpause" zwischen zwei Studioalben geschrieben, legen Mumford & Sons den Nachfolger auf "RUSHMERE" nur elf Monate später nach. Ist das zu viel auf einmal, oder doch wohl dosiert?
©
Spotify

Etwa 49 Minuten neue Musik bietet "Prizefighter" als sechstes Studioalbum der Briten. Habe ich "RUSHMERE" noch als Rolle rückwärts im Vergleich zum experimentellen "Delta" bezeichnet, geht die Reise dieser Band beinahe schon schneller als erwartet weiter. Und da meine Begeisterung für die Musik von Mumford & Sons nach der Review zum Vorgängeralbum kein großes Geheimnis mehr ist, habe ich mir auch diese Platte direkt unter den Nagel gerissen und seitdem unzählige Male angehört.

Interessanterweise bin ich bei meinen ersten Anläufen kaum über den Opener des Albums hinausgekommen: "Here (with Chris Stapleton)", dem Chris Stapleton, dessen größter Hit "Tennessee Whiskey" aus dem Jahr 2015 auf die 1,5-Millarden-Marke bei Spotify zusteuert. Fügen sich nun die Stimmen von Marcus Mumford und Chris Stapleton zu einer so eingängigen Nummer wie "Here" zusammen, drehe ich gerne auch die eine oder andere Extrarunde, bevor ich mich dem Rest des Albums widme. Das Feature von Chris ist übrigens nicht das einzige auf "Prizefighter". Im Verlauf des Albums gesellen sich Hozier, Gigi Perez und Gracie Abrams dazu. Später mehr.

Mumford & Sons stehen seit jeher in einem großen Kontrast zu all den Bands, die meinen Alltag ansonsten bestimmen. Man hat ja für jede Stimmung so seine ganz eigenen Anlaufstellen, sei es in Zeiten von Wut, freudigen Anlässen, Trauer, Aggression, Unzufriedenheit, Rebellion. Mumford & Sons rutschten bisher jedoch immer dann wieder in meinen Fokus, wenn der Kopf zu explodieren drohte. Auch deshalb passt dieses Album ürbigens so wunderbar in diese Jahreszeit. Die Temperaturen klettern zum ersten Mal wieder in den zweistelligen Bereich, die Sonne wärmt das Gesicht beim Spaziergang nach der Arbeit und auf den Ohren liefern die Briten auch mit "Prizefighter" wieder einen Soundtrack, der das Gemüt ganz schnell herunterfahren lässt. Bei mir stellt sich bei dieser Band seit sich "Sigh No More" (Release 2010) in meine Plattensammlung geschlichen hat immer wieder Ruhe und Zufriedenheit ein.

Noch einmal zurück zu den Features auf "Prizefighter": "Rubber Band" mit Hozier folgt direkt zum Start auf "Here". Größtenteils gezupfte Gitarrentöne, ein eingängiger Refrain und eine gute Ergänzung in Form des irischen Sängers Hozier. Eigentlich könnte dieses Album nach genau diesem Muster weiterlaufen, ich wäre ziemlich zufrieden. Die beiden verbleibenden Nummern platziert die Band auf der zweiten Albumhälfte: "Icarus" mit Gigi Perez und "Badlands" mit Gracie Abrams, beide aus den USA, dürfen die Stärken der Ergänzung der Musik dieser Band mit weibliche Stimmen belegen. Ohne den Rahmen künstlich sprengen zu wollen: Mumford & Sons bleiben auch mit "Prizefighter" eine Institution.

8

Wertung

Hektik, Stress, Aufregung, Enttäuschungen, der Verlust des Glaubens an das Gute in dieser Welt. Für all das steht "Prizefighter" zum Glück NICHT. Mumford and Sons schaffen einen Zufluchtsort, der perfekt zum einsetzenden Frühling passt. Also ab an die frische Luft! Und Kopfhörer nicht vergessen.
Mark Schneider

Mark Schneider

In Marks ländlicher Heimat fährt der letzte Bus kurz nach der Tagesschau (die um 20:00 Uhr). Die Nähe nach Köln, Frankfurt oder Wiesbaden hält ihn jedoch nicht davon ab, ständig auf Achse zu sein. Ob kleine Acts im Club oder Musikgiganten vor Tausenden: Besucht wird, was laut ist und Spaß macht! Dabei sind im Genre (fast) keine Grenzen gesetzt.

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