Folge #72: Mit Merten von malheur
23.02.2026 | Moritz Zelkowicz
Wo was kaputt geht, entsteht oft auch was Neues. Das hatte sich Merten erstmal nicht vorstellen können. Denn nach seinem Ausstieg aus seiner Vorgängerband, dachte er zunächst nicht daran, dass er je wieder Musik machen würde. Doch offensichtlich kam es anders. Und jetzt steht er da, mit neuer Band, erster EP, ersten gespielten Konzerten und jeder Menge Lust auf mehr.
In der neuen Folge Plattensprung erzählt Merten über den Weg zurück in die Musik, die Reise mit seiner Band malheur und die Geschichten hinter der EP "lava".
Folge #72: Merten von Malheur zu Gast beim Plattensprung
Freunde fürs Leben, Plattensprung und Merten, das ist eine ewige Liebesbeziehung. Im Origin-Plattensprung-Line-Up sprechen Merten und Moritz über Mertens neuestes Projekt, das Dreiergespann malheur. Es geht um das Entstehen der Band malheur, ihrer EP "lava" und der sechs Songs umfassenden Setlist.
Wertung
Malheur beeindrucken auf „Lava“ mit Eigenartigkeit und noch mehr mit durchdachten, klugen Texten und einem drückend, emotionalen Instrumental mit einem Hauch bewusst gewollter Rauheit. Deutscher Post-Hardcore begrüßt eine neue Hoffnung in den Namen der großen Reihen, hoffen wir, da kommt ganz schnell mehr.
Wertung
Ein kraftvolleres und zugleich reiferes Debüt als das des Münsteraner Trios malheur habe ich lange nicht mehr gehört. Post-Hardcore, der aus dem Inneren erzählt und spürbar macht, dass mensch der Adoleszenz entwachsen ist und sich nun der Realität stellen muss. Bass und Drums erzeugen dabei einen druckvollen, führenden Sound, der den rauen, verzweifelten Gesang Mertens trägt und ihm den geschützten Raum gibt, all jene Worte herauszuschleudern, die den eigenen Geist sonst zum Zerbersten bringen würden. Die Gitarre setzt bewusst auf Melodie, schafft Momente zum Luftholen und verschafft dem Gesang immer wieder kurze Augenblicke von Klarheit. Einflüsse vonFjørt und Heisskalt sind hörbar, doch die Band emanzipiert sich auf dieser EP spürbar von ihren Vorbildern. Ihr Wechsel zwischen der Wucht des Hardcore und der Verletzlichkeit des Emocore macht diese Songs für mich zu einem außergewöhnlich starken Debüt – eines, das man als solches kaum wahrnimmt, weil die Stücke bereits mit einer Reife auftreten, die sonst eher späteren Veröffentlichungen vorbehalten ist.
Moritz Zelkowicz
Moritz ist als Franke im sehr nahen Osten (Thüringen) gelandet. Er ist Teil der Lügenpresse auf Bundesebene und Bundesumweltminister der Redaktion. Musikalisch ist er überall dabei, ob Punk, Core oder Rap, erlaubt ist, was gefällt.