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Reviews

H-Blockx und "Fillin_The_Blank": Crossover zwischen Energie und Reife

08.03.2026 | Frank Diedrichs

"Fillin_The_Blank" zeigt, wie H-Blockx zu ihrem 90er-Crossover-Sound zurückkehren – erwachsen, reflektiert und trotzdem voller Energie. Ein Album, das den Dialog zwischen damals und heute spürbar macht und Brücken zu "Time To Move" schlägt, welches den Autor damals so gepackt hat. Das Album wird so nicht nur zur Rezension, sondern auch zu einem persönlichen Rückblick.
©
Spotify

Als im August 1994 Time To Move veröffentlicht wurde, befand ich mich in jener Schwebe, die einem jungen Menschen scheinbar alles verspricht, weil das Leben offen vor ihm liegt. Ich hatte 1993 mein Abitur gerade mit Ach und Krach bestanden und den – wie mir erst Jahre später klar wurde – absurden Fehler begangen, den Wehrdienst nicht zu verweigern und zur Bundeswehr zu gehen. Eine Entscheidung, getroffen aus Orientierungslosigkeit. Ich sah keine Versprechen vor mir, mein Schweben war eher ein Fallen, ein Stürzen, bei dem sich der Boden immer wieder von mir wegzubewegen schien. Ich hatte keine Ziele und keinen Lebensplan. In dieser Phase trat Time To Move in mein Leben. Das Debüt von H-Blockx ist ein Aufbruchsalbum, das mich mit seiner Crossover-Energie jedes Mal auf die Tanzfläche trieb. Gerade Move und Risin‘ High waren meine Lieblingstracks – wahrscheinlich, weil sie ein Gegengefühl zu meiner eigenen Situation darstellten.

Und dann setzen H-Blockx auf ihrem neuen Album gleich zu Beginn mit Straight_Outta_Nowhere einen programmatischen Einstieg, der wie ein Brückenschlag wirkt. War Time To Move, wie eingangs beschrieben, ein Album des Aufbruchs, schlägt der Opener von Fillin_The_Blank direkt den Bogen zu Risin’ High: „straight outta nowhere rising high […] now we’re grown men“. Erwachsen sind H-Blockx auf ihrem neuen Album geworden – und zugleich so reflektiert, dass sie erkannt haben, dass es ihr 90er-Crossover-Sound ist, der sie im Inneren berührt und begeistert.

Viele Texte der Songs drehen sich um innere und äußere Kämpfe. Wenn in Desperados die eigenen Dämonen erkannt werden, die mit Zorn und Wut herrschen, und man flehentlich gebeten wird, nach Hause zu kommen, weil die Kämpfe da draußen nicht die eigenen sind, klingt das erstaunlich reflektiert – auch wenn diese Wut sich anfühlt, als stünde sie kurz davor zu platzen, Corns_About_2_Pop. Dieses Motiv des Kontrollverlusts und des Platzens vor Wut zieht sich durch weitere Tracks. Auch Timeless greift es erneut auf, bringt jedoch jenen Funken Hoffnung – oder vielleicht eher Irrsinn – mit, der nötig ist, um nach vierzehn Jahren noch einmal mit „200 on the dash“ und „straight outta nowhere“ den musikalischen Neustart zu wagen.

Viele Songs führen in ihren Lyrics direkt zum Track Clean, der das emotionale Zentrum des Albums bildet und einmal mehr zeigt, dass sich die Band im reifen Erwachsenenalter befindet. Hier offenbart sich Henning Wehland selbst und thematisiert seine Alkoholabhängigkeit mit großer Offenheit. Der anschließende Track Licky_Licky scheint diese Selbstbetrachtung fortzuführen und erzählt von Distanz zu Mitmenschen sowie von der Unfähigkeit, die eigene zerstörerische Lage zu erkennen. Besonders eindrucksvoll wird dies durch den Spoken-Word-Part von Sabrina Cole unterstrichen. Die gedämpften Gitarren und Drums verstärken das Gefühl, dass man – „like a little child, you put your hands on your ears“ – versucht, sich vor dem Offensichtlichen zu verschließen. Auch Lights_Out greift diese Selbstzerstörung auf: „20 million empty bottles cover my grounds […] I’m only happy with the lights out“. What_The_Funk möchte sich ebenfalls den Dämonen der Vergangenheit stellen – selbst dann, wenn dieser Dämon die eigene Mutter sein mag: „let the past rest“. Möglich scheint das jedoch nur durch eine konsequente Konfrontation.

Dennoch finden sich auch versöhnliche Momente auf dem Album. Ich bin mir nicht sicher, ob es zu offensichtlich wäre, Me_And_My_Horse auf Wehlands Leidenschaft für Pferde zu reduzieren. Wer allerdings seinem Instagram-Account folgt, merkt schnell, dass dieser Gedanke gar nicht so abwegig ist. Der Song zeigt jedenfalls, welche Kraft darin liegen kann, den eigenen Fokus neu auszurichten. Beg_To_Differ (Bully) wiederum erzählt von der Bereitschaft zur Veränderung – und tut das mit erstaunlich klaren Worten, die fast schon Postkartenformat besitzen: „if you want your peace, you gotta set boundaries“. 

Bleibt noch Last_Summer, der – ähnlich wie der Opener – wie ein weiterer Brückenschlag zu Time To Move wirkt. Dieser unbeschwerte letzte Sommer erinnert mich allerdings eher an jenen Sommer meines eigenen Lebens, von dem ich erst viel später verstand, was er eigentlich bedeutete: „I might be broke, I might be lost, left all alone, but I know what we did last summer.“

Musikalisch sind H-Blockx auf ihrem neuen Album deutlich gitarrenlastiger als noch auf Time To Move, haben jedoch durch den Verzicht auf Pop-Experimente ihren direkten und rotzigen, funkigen Crossover-Sound mit starken Rap-Parts wiedergefunden. Dass dabei vielerorts von einer Art Comeback gesprochen wird, erscheint nachvollziehbar – schließlich äußert auch die Band selbst, dass sie mit Fillin_The_Blank ihre eigene Identität neu entdeckt habe.

Beim Hören von Fillin_The_Blank zog mich dieser Crossover-Sound immer wieder zurück zu meinem 21-jährigen Ich und ließ mich dieselbe Energie spüren wie damals. Blicke ich jedoch mit meinem heutigen Ich auf das Album, erkenne ich die Reife in den Texten – die Notwendigkeit der Auseinandersetzung und des Aufräumens mit der eigenen Vergangenheit. Dass ich persönlich die Möglichkeit hatte, damit in einen Dialog zwischen den Alben von 1994 und 2026 zu treten, macht Fillin_The_Blank für mich nur noch wertvoller.

8.7

Wertung

Manche Alben sind mehr als nur Musik. Sie sind Zeitmarken. Als Time To Move 1994 erschien, traf der Crossover von H-BLOCKX meine Generation und mich genau im Moment des Aufbruchs: zwischen Schulabschluss, ersten eigenen Entscheidungen, die sich später als falsch herausstellten, und der Ahnung, dass jetzt das eigene Leben beginnen sollte. Dreißig Jahre später kehrt die Band mit Fillin_The_Blank zu genau diesem Sound zurück. Doch die Perspektiven haben sich verändert, wie meine eigenen auch. Wo früher jugendlicher Überschwang regierte, klingt heute Erfahrung mit. Für die Band, aber auch für mich ist Fillin_The_Blank deshalb nicht einfach Nostalgie, sondern etwas Interessanteres: die Rückkehr zum Crossover - aber aus der Sicht von Erwachsenen.
Frank Diedrichs

Frank Diedrichs

Frank lebt seit über zwanzig Jahren in der Mitte Niedersachsens und unterrichtet Kinder und Jugendliche an einer Oberschule. Nach seiner musikalischen Erstprägung durch die Toten Hosen und Abstürzenden Brieftauben erweiterte er seine Hörgewohnheiten: Folkpunk, Singer-/Songwriter, Blues, Deutschpunk, US-/UK-Punk. Dabei kommt von Johnny Cash über The Beatles und Pascow bis hin zu Marvin Gaye eine Menge Vielfalt aus den Boxen, am liebsten als Vinyl.

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