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Reviews

Yeast Machine und „Bad Milk“: DNA-Sequenzen einer WG

22.03.2026 | Frank Diedrichs

In ihrem zweites Album BAD MILK verdichten Yeast Machine Grunge, Stoner und Psychedelic. Das Leben in der gemeinsamen WG scheint enormen Einfluss auf die Entstehung genommen zu haben. Denn dadurch entstand ein roher, drängender Longplayer. Getragen von treibenden Drums, flächigen Gitarren und dem markanten Gesang von Benni Frenzel entfaltet sich eine Atmosphäre, die weniger erklärt als spürbar macht.
©
Noisolution/Noisolution

Fünf Menschen aus dem süddeutschen Tübingen leben in einer WG zusammen und teilen sich alles, was das Zusammenleben im Positiven wie im Negativen mit sich bringt. Zu den eindeutig positiven Folgen gehört die Musik, die Yeast Machine auf ihrem zweiten AlbumBAD MILK veröffentlichen.

Wie das Yeast-One-Hybrid-System in der Biotechnologie genutzt wird, um – laut Wikipedia – Protein-DNA-Interaktionen zu analysieren, greift auch die Band auf ihre eigene musikalische DNA zurück, nutzt die Band ihre persönliche musikalische DNA und interagiert als kraftvolles System, in der sie 90er-Grunge, Stoner Rock und psychedelische Elemente zusammenführt und diese Verschmelzung verschiedener Genres durch die Wärme des Zusammenlebens wie Hefe (engl. Yeast) aufgehen lässt. 

Auffälligstes Merkmal, neben den dichten Gitarren und treibenden Drums, ist erneut der Gesang von Benni Frenzel. Seine Stimme hätte nicht nur Bands wie Audioslave, Soundgarden oder Pearl Jam gut zu Gesicht gestanden, sondern ruft stellenweise ein Gefühl hervor, als wäre Jim Morrison im Grunge wiedergeboren worden. Besonders der Opener Globalized Condolences trägt diese Atmosphäre in sich – in seiner Kürze wirkt er fast wie ein Prequel zum eigentlichen Album. Nahtlos schließt sich Falling Rocks an, ein Track, der nicht nur durch seine dichten Gitarren überzeugt, sondern durch den Gesang von Polly (The Red Flags) zusätzliche Intensität gewinnt.

Was hier beginnt – die Ahnung von Kontrollverlust, von Entgleisung und dem schleichenden Zerfall von Beziehungen – zieht sich durch das gesamte Album wie Gift durch den Körper. Die Tracks Globalized Condolences, Dust On The Radio und The Golden Cage stehen dabei für kaputte Systeme und eine leere Welt: eine Realität, die nach außen funktioniert, innerlich jedoch hohl und entmenschlicht wirkt.

Demgegenüber erzeugen Falling Rocks, Foreshadowing - in Vorbereitung zu Feeding The Spiders... - und Wobbly Wizard ein Gefühl latenter Bedrohung. Der Kontrollverlust wird greifbarer, während sich zugleich der Eindruck verstärkt, dass vermeintliche Autoritäten letztlich nur Illusionen aufrechterhalten.

Im Zentrum steht die Toxizität selbst: Bad Milk als Sinnbild für das Verdorbene, das sich ausbreitet, und Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing als Ausdruck einer moralischen Verstrickung in genau diesen Prozess.

Mit Honey & Sweat tritt kurzzeitig eine ambivalente Perspektive auf Beziehungen hinzu – zwischen Anziehung und Belastung. Doch Karthago führt diesen Gedanken konsequent zu Ende: Manche Dinge lassen sich nicht reparieren. Die historische Zerstörung Karthagos, inklusive der symbolischen Auslöschung seiner Grundlagen, erscheint hier als radikale, vielleicht einzige Lösung, um sich eines dauerhaften „Giftes“ zu entledigen.

BAD MILK ist kein Album, das Eingängigkeit zum Ziel hat. Aber Yeast Machine gelingt es, aus ihrer kollektiven Lebensrealität einen Sound zu formen, der gleichermaßen roh wie atmosphärisch dicht ist. Was bleibt, ist weniger ein einzelner Song als ein Gefühl:
Dass etwas nicht stimmt. Dass Systeme tragen, aber nicht mehr halten. Und dass man Teil davon ist, ob man will oder nicht.

7.2

Wertung

Ich musste BAD MILK von Yeast Machine mehrmals hören, um zu erkennen, dass die Band aus ihrer WG-Dynamik einen dichten, rohen Sound schöpft. Grunge, Stoner und psychedelische Elemente verschmelzen spannend. Manche Tracks zogen mich sofort an, andere wirken ein bisschen sperrig, wenig eingängig. Das soll aber keine Kritik sein, sondern beschreibt eher dass Hörerlebnis. Insgesamt hinterlässt das Album ein starkes Gefühl von Kontrollverlust und toxischer Ambivalenz. Was in einer WG alles so entstehen kann...
Frank Diedrichs

Frank Diedrichs

Frank lebt seit über zwanzig Jahren in der Mitte Niedersachsens und unterrichtet Kinder und Jugendliche an einer Oberschule. Nach seiner musikalischen Erstprägung durch die Toten Hosen und Abstürzenden Brieftauben erweiterte er seine Hörgewohnheiten: Folkpunk, Singer-/Songwriter, Blues, Deutschpunk, US-/UK-Punk. Dabei kommt von Johnny Cash über The Beatles und Pascow bis hin zu Marvin Gaye eine Menge Vielfalt aus den Boxen, am liebsten als Vinyl.

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