Direkt zum Inhalt
  • Das Team
  • Unser Podcast
  • Top 100 Alben 2025
logo
  • Magazin
    • Magazin
    • Reviews
    • Konzertberichte
    • Interviews
    • Besondere Rubriken
      • Besondere Rubriken
      • Diversität in der Musikbranche
      • Mehr als nur Musik
      • Fan-Reports: Wie wir Musik lieben
      • Musik und Umwelt
      • Around the World
      • Musik in Zeiten von Corona
      • Bild und Ton
      • Als Newcomer in der Musikwelt
      • Mental Health
      • Musik und Medium
      • Straßenmusik
      • Extreme Musik
      • Musik in der DDR
    • Kolumnen
      • Kolumnen
      • Unter dem Radar
      • Im Kreuzverhör
      • Joes VaporPlaza
      • Mein Lieblingssong
  • Reviews
  • Konzertberichte
  • Magazin
    • Magazin
    • Reviews
    • Konzertberichte
    • Interviews
    • Besondere Rubriken
      • Besondere Rubriken
      • Diversität in der Musikbranche
      • Mehr als nur Musik
      • Fan-Reports: Wie wir Musik lieben
      • Musik und Umwelt
      • Around the World
      • Musik in Zeiten von Corona
      • Bild und Ton
      • Als Newcomer in der Musikwelt
      • Mental Health
      • Musik und Medium
      • Straßenmusik
      • Extreme Musik
      • Musik in der DDR
    • Kolumnen
      • Kolumnen
      • Unter dem Radar
      • Im Kreuzverhör
      • Joes VaporPlaza
      • Mein Lieblingssong
  • Reviews
  • Konzertberichte
logo
  • profile_round [#1342] Created with Sketch.
    • Anmelden
  1. Startseite
  2. Reviews
Reviews

Show Me The Body und “Alone Together”: Ins Tun kommen

10.07.2026 | Kai Weingärtner

In einer Welt, in der wir alle ständig mit Hiobsbotschaften und alltäglichen Widrigkeiten konfrontiert sind, fällt es schwer, etwas anderem als der eigenen Situation Aufmerksamkeit zu schenken. Warum genau diese Gemeinschaft wichtig ist, zeigen Show Me The Body auf ihrem neuen Album.

“Alone Together” heißt die vierte Platte der New Yorker Hardcore-Band Show Me The Body und ist ihre erste Veröffentlichung auf Albumlänge seit dem 2022 erschienenen “Trouble the Water”. Was klingt wie der Titel einer sinnkriselnden tumblr-Kurzgeschichte eines 16-jährigen Frühmelancholikers, symbolisiert tatsächlich gleich mehrere Brücken, die das Album sowohl musikalisch als auch thematisch zu schlagen versucht. Aggression vs. Traurigkeit, Urbanität vs. Americana, Theorie vs. Praxis, Alleine vs. Zusammen. Um diesen Bruchlinien auch klanglich Ausdruck zu verleihen, hat sich das Trio für einige Songs hochkarätige Unterstützung aus der New Yorker Avantgarde-Szene geholt. Gleich dreimal geben sich Gio Escobar und seine Band Standing on the Corner auf “Alone Together” die Ehre. Angelehnt an die klassische Struktur einer Oper teilen die schmetternden Blechbläser des Kollektivs die Platte auf, begleitet vom Spoken Word von Show Me The Body Frontmann Julian Cashwan Pratt. 

“Overture”, der erste der drei Tracks mit Standing on the Corner, funktioniert als bombastisches Willkommenheißen und als Absichtserklärung der Band. “Alone Together” ist laut Pratt’s eigener Aussage ein Album über Praxis, über das Tun, das Zusammenkommen um etwas zu bewegen. “Interlude” gibt dem Publikum nach fünf Hardcorepunk-Brettern eine kurze Verschnaufpause und sorgt für einen angenehmen Bruch auf der musikalischen Ebene. Schließlich kulminieren Albumkonzept und Kollaboration in den auf “Finale” immer wieder über die turbulenten Jazz-Arrangements gedonnerten Worten “blessed are those who stand alone”.

In der Zusammenarbeit mit einer ebenfalls unmissverständlich New York ausstrahlenden Band wie Standing on the Corner offenbart sich eine weitere rote Linie des Albums: “Alone Together” ist sehr New York. Das ist jetzt erstmal noch nicht besonders aussagekräftig, schließlich ist New York DIE Weltstadt schlechthin und bietet adäquate Projektionsfläche für so ziemlich jedes künstlerisch erdenkbare Szenario. Die Facette, die Show Me The Body mit ihrer Musik beleuchten, tappt dabei allerdings nicht in die Falle der nostalgischen Verklärung á la “there’s nothing you can’t do”. Stattdessen spiegelt “Alone Together” neben der künstlerischen Vielfalt, die der Big Apple zu bieten hat, auch die Potenziale für Eskapismus, Überforderung und Vereinzelung wider. Gerade in urbanen Gesellschaften neigen wir zu Selbstisolation. Show Me The Body wollen dem musikalisch entgegenwirken, ein kollektivistischer Anspruch, der sich vom Albumcover bis zum letzten Ton durch diese Platte zieht.

Wer Menschen zusammenbringen will, wandelt dabei gerade in der Kunst oft auf dem schmalen Grat zwischen authentischer Ansprache und Verwässerung der eigenen Ideale. Gerade Hardcore ist in der Vergangenheit berüchtigt dafür gewesen, eine eher verschlossene Subkultur mit viel Gatekeeping und dem einen oder anderen Problem gerade in Sachen Männlichkeitsbildern zu sein. Glücklicherweise arbeiten viele Genre-Vertreter:innen wie Turnstile seit Jahren gegen diese Dynamik, und auch Show Me The Body schaffen es, ihre animalische Wut und Frustration zu kanalisieren, ohne dass das in breitbeiniges Macho-Gehabe ausartet.

In Sachen Bandsound bleiben für Fans der bisherigen Platten von Show Me The Body wenig Wünsche offen. Die Drums klingen, als würden sie jeden Moment krachend auseinanderfliegen, Harlan Steed’s Bass gehört nach wie vor zum brachialsten, was man auf vier Saiten anstellen kann, und Pratts mal mehr mal weniger verfremdetes Banjo verleiht den Songs eine einzigartige Wandelbarkeit. So schafft es die Band, den ansonsten sehr urbanen Großstadtsound auf Songs wie “See You Again” um eine gewisse Americana-Nostalgie zu ergänzen, während der klirrende Overdrive im Intro von “No God” dem Ganzen eine fast schon artifizielle Kälte verleiht. Je nach Kontext und Song wechselt Pratts Stimme von krächzendem Rap und inbrünstigen Rebellionsbeschwörungen zu einem Abziehbild der Niedergeschlagenheit, wenn er auf “Do What’s Right” seiert: “I think I wanna hurt myself / I think it’ll make me happy”. Fast scheint es so, als steckten hinter all den Brandreden ein müder Geist und ein von endlosen Kämpfen gezeichneter Körper. Umso wichtiger scheinen die Bestrebungen von Show Me The Body, in Zeiten der verzweifelten Isolation Halt unter Gleichgesinnten zu finden.

9

Wertung

Die unermüdlich gesendeten Ich-Botschaften, die Show Me The Body ihrem Publikum auf “Alone Together” entgegen bellen, könnten nur allzu leicht ins plakative oder gar peinliche Abrutschen. Vor der erschütternden Klangkulisse, die die Band Song um Song auftürmt, funktionieren sie aber als ganz persönlicher Einblick in das brodelnde Innenleben der Musiker, dem Julian Cashwan Pratt in unnachahmlicher Authentizität Ausdruck verleiht.
Kai Weingärtner

Kai Weingärtner

Kai hat in Osnabrück Politik und Kulturwissenschaft studiert, und damit tatsächlich einen Job gefunden. Der verhindert mittlerweile leider, dass er sein ganzes Leben in irgendwelchen stickigen Konzertvenues verbringen kann, die Leidenschaft für alles, was laut ist und idealerweise auch manchmal ein bisschen in den Ohren wehtut, ist aber so groß wie nie.

Kommentare

Bitte melde dich an

Bitte melde dich mit deinen Zugangsdaten an, um einen Kommentar zu verfassen. Solltest du noch keinen Account bei uns haben kannst du dich ganz einfach registrieren.
Anmelden
Registrieren
logo
Weitere Links
DatenschutzImpressumLoginSo bewerten wir