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Reviews

Kim Gordon und “PLAY ME”: In Bewegung bleiben

13.03.2026 | Kai Weingärtner

Nicht ganz zwei Jahre nach The Collective steht Kim Gordons drittes Soloalbum in den Startlöchern, und auch nach über 45 Jahren verschiebt die Musikerin noch Grenzen.

In einer Welt, die mehr denn je besessen ist von der Idee der Jugend, Kunst zu machen, ist ein Drahtseilakt. Wie viele eurer Idole habt ihr über die Jahre aus euren Leben geworfen, weil sie sich einfach nie weiterentwickelt haben, euch jahrzehntelang den selben halbgaren Cash Grab verkaufen, oder schlimmer, sich zu irgendwelchen hirnrissigen Aussagen zu Geschehnissen und Themen haben hinreißen lassen? Zum Glück beweisen auch viele Künstler:innen, dass man weder für schlaue Gedanken noch für innovative Musik je wirklich “zu alt” ist. Danny Brown releaste mit mitte 40 letztes Jahr ein maßgeblich vom Hyperpop beeinflusstes Rap-Album, und in Deutschland beweisen Leute wie Herbert Grönemeyer, dass man auch als Künstler in Würde altern kann, ohne sich selbst immer wieder zu recyceln. Zu dieser Art Musiker:innen gehört auch Kim Gordon, ehemals Teil der legendären Band Sonic Youth. 2019 erschien ihr erstes Soloalbum No Home Record, fünf Jahre später folgte The Collective, dessen Besprechung für Redaktionskollegen Frank ein kleiner Schockmoment war. Unabhängig davon, ob man die durchaus harschen Klänge der Platte nun mag oder nicht, so lässt dieser Hang zum Experimentellen doch auf eines schließen: Kim Gordon ist alles andere als “fertig”. Hier wird sich nicht auf den Lorbeeren des vergangenen Erfolgs ausgeruht oder gar versucht, die Höhenflüge von Sonic Youth noch einmal anzukratzen. Sowohl The Collective als auch sein Nachfolger PLAY ME sind Ausdruck künstlerischen Pioniergeists. Und das ist mir persönlich immer lieber, als Musiker:innen bei der Selbstwiederholung zuzusehen.

Auch PLAY ME setzt im Kern auf die destruktive Klangformel seines Vorgängers. Hypermoderne Beats kombiniert mit Gitarren und Verzerrung der Marke Zahnschmerzen, darüber heiserer Sprechgesang, der mal klingt wie ein wütender Hilfeschrei und mal wie ein verwirrtes Selbstgespräch. Mit gerade mal einer halben Stunde Spielzeit und keinem Track über der 3:30 Marke ist PLAY ME auch nochmal deutlich flotter als The Collective. Der namensgebende Album-Opener gibt sich dabei noch verhältnismäßig zahm, erlaubt sogar ein paar weiche Bläser in den zurückgelehnten Mix, während Gordon in ihrer typischen Manier beinahe dadaistisch anmutend zusammenhanglose Phrasen aneinanderreiht. Die Intensität der trümmernden Beats steigert sich bis zum Song BLACK OUT, der an diesem Punkt fast schon klingt wie UK Drill. Der Fokus auf das Zusammenspiel der rhythmischen Beats und Gordons Sprechgesang zieht sich durch das gesamte Album, mit kleinen Ausreißern wie den winselnden Singsang-Melodien auf GIRL WITH A LOOK. Mit NOT TODAY und BUSY BEE gibt es im Verlauf aber auch nochmal ein paar “richtige” Rocksongs, mit denen Gordon nochmal eindrucksvoll unter Beweis stellt, warum sie mit Sonic Youth eine halbe Generation musikalisch geprägt hat. Letzterer mischt dann aber gegen Ende auch wieder abgehackte Drum Machines unter sein ansonsten industrielles Soundgewand, wie als Sinnbild für den stilistischen Wandel der Künstlerin über die Zeit.

Auch lyrisch scheinen die Themen, mit denen sich PLAY ME beschäftigt, Erweiterungen und Anschlüsse an den Vorgänger zu knüpfen. Die “absolute craziness”, die Gordon 2024 um sich herum wahrnahm, ist schließlich nicht wirklich weniger geworden. Symbolisch für diese direkte Anknüpfung kann der Album-Closer BYEBYE25! gesehen werden. Hierbei handelt es sich um eine 1 zu 1 Nachnutzung des Instrumentals von BYE BYE, der The Collective eröffnete. Statt einer apathisch vorgetragenen Urlaubspackliste lässt Gordon hier allerdings ein Best-of der gesellschaftlichen Buzzwords des Jahres vom Stapel, was dann zu Ergüssen wie diesem hier führt:

Men who have sex with men

Measles

Peanut Allergy

Abortion

Chef’s Kiss! An dieser Stelle sei allen Lesenden nahegelegt, sich die Tagesschau-Segmente, in denen Susanne Daubner die Jugendwörter des Jahres vorliest, mal unterlegt mit dem Instrumental von BYEBYE vorzustellen. Gern geschehen!

Als eine der prominentesten Zielscheiben auf PLAY ME erweist sich die Big Tech Szene. Zeilen wie “You wanna go to Mars. And then what?” legen die Hybris einiger Überreicher Finanzdespoten offen, aus der sich der Gedanke ergibt, erstmal um jeden Preis den Mars zu besiedeln, ohne auch nur die geringste Idee davon, was man den da überhaupt will, geschweige denn ein Bewusstsein über die echten Probleme von echten Menschen. Mit DIRTY TECH widmet Gordon den dreckigen Machenschaften der Tech-Branche gleich einen ganzen Song. Die zynischen Lyrics in Kombination mit dem beinahe verspielten Beat zeichnen das Bild einer Arbeitsplatzdystopie á la “Severance” und prangern die alltägliche Fetischisierung von Technologien an, der wir alle nur allzu leicht anheimfallen. Im Gegensatz zu so vielen Anderen, die in ihrer Kunst solche Zustände anprangern und dabei wahlweise ins Zeigefingerwackeln oder in ungelenken Aktionismus verfallen, bleiben die großen Lösungen bei Kim Gordon aus. Stattdessen wird hier eher dem eigenen Ärger in einem Versuch Luft gemacht, sich mit den Zuhörenden in der geteilten Überforderung ob der desaströsen Zustände zu solidarisieren.

8

Wertung

PLAY ME verschwendet keine Zeit. In knapp einer halben Stunde fängt Kim Gordon die chaotische Energie des Vorgängers ein und baut hier und da neue Versatzstücke ein. Und zwar gebührt der große Wow-Moment dadurch für mich eher The Collective, PLAY ME macht dennoch viel sehr sehr gut, geht durch seine bis auf die Grundbestandteile getrimmte Tracklist sogar etwas schneller ins Ohr als der Vorgänger. Gordons Vision ist auch hier über jeden Zweifel erhaben.
Kai Weingärtner

Kai Weingärtner

Kai hat in Osnabrück Politik und Kulturwissenschaft studiert, und damit tatsächlich einen Job gefunden. Der verhindert mittlerweile leider, dass er sein ganzes Leben in irgendwelchen stickigen Konzertvenues verbringen kann, die Leidenschaft für alles, was laut ist und idealerweise auch manchmal ein bisschen in den Ohren wehtut, ist aber so groß wie nie.

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