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Arlo Parks und "Ambiguous Desire": Crying on the dance floor

03.04.2026 | Nataly Sesic

Wer sagt, dass man zu Tanzmusik nicht weinen kann? Arlo Parks' drittes Album hebt die Stimmung mit leichtfüßig-souligen Songs gen Himmel, um die Hörer:innen dann mit ihren einfühlsamen Texten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

Wenn man "Ambiguous Desire" in einem Wort beschreiben müsste, so wäre dieses Offenheit. Parks, welche ihre vermeintlich wilden Teenie-Jahre damit verbracht hat, ihre Songs Plattenfirmen anzupreisen und auf dem Glastonbury Festival aufzutreten, tritt einen Stück zurück aus ihrer ehrgeizigen Bubble, um einfach mal jung zu sein. 

Was "Jungsein" bedeutet, ist bekanntlich sehr individuell, doch es gibt einige Rituale, die man als junger Mensch hinter sich bringen muss, komme, was wolle. Und dazu gehört eine raue Clubnacht in irgendeinem verrauchten Laden, wo die Schuhe am Fußboden kleben; hoffentlich wegen verschüttetem Bier. 

Parks war so auf ihre Karriere eingeschossen, dass Banalitäten wie Clubbing ihr gar nicht in den Sinn kamen. Und es ist eine Banalität – bis man realisiert, wie unfrei man sich gefühlt hat, wie eine Nacht in einem Club mit Freund:innen unmöglich schien. “I definitely did come to the conclusion that I had missed out," gibt Parks zu. "I hadn’t really had the time to be silly and have crazy, deep conversations in the smoking area. To be in an anonymous space and feel like you’re part of this whole.” 

Das Gefühl emotionaler Isolation vor sich selbst und seinem Leben, die Angst, zuzusehen, während das Leben dahin rinnt, wie die Körner einer Sanduhr, ist ein Motiv, das sich in Parks Gedanken – und Musik – stetig wiederholt. 2022 ist Parks auf Tour mit Harry Styles, der Traum von so vielen Künstler:innen. Sie müsste eigentlich auf Wolke Sieben schweben, doch sie fühlt sich ausgebrannt, nicht ganz da, unfähig den Triumph zu genießen. "You’re on tour and you’re on stage at a certain time and then bus call … There isn’t much space in between to just be," so Parks wehmütig.

In "Ambiguous Desire" erlaubt sie sich den Blick über den Tellerrand ihres mit Mühe aufgebauten Brands. Parks bewegt sich zwischen Alternative-Pop, Soul und Electronica, schlägt Töne an, die ihre suchenden Texte wie ein Seufzen aus dem Off untermalen. Ihre Stimme, funkig, und doch passend nebelig im Sinne des Vaporwave, ist der zuvor genannte Zigarettenrauch, der den Club verdampft und allen Anwesenden dieses unverkennbare, zwischen Höhenflug und Tiefenfall wankende Gefühl der Abkapselung gibt. 

Die Entscheidung in Richtung tanzbarer Musik kam unbewusst, angetrieben durch Parks ständigen Reisen zwischen New York und L.A., doch es fühlt sich passend an. Das Album hat eine tänzerische Schwerelosigkeit, die sicher auch durch Parks neue Liebe beeinflusst wurde. Es hat etwas von Loslassen, von Zulassen, dass das Leben passiert, statt den nächsten und dann den nächsten Schritt zu planen.

Die Texte von Parks haben eine zentrale Rolle in ihrer Musik, ihrem kreativen Schaffen und ihrem Verständnis von Kunst allgemein. Wenn sie nach ihren Inspirationen gefragt wird, tummelt sich Sylvia Plath mit Radiohead, Autor:innen sind stets untrennbar mit Musiker:innen gemein.

Wenige werden dementsprechend überrascht sein, dass Parks 2023 eine Gedichtsammlung unter dem Titel "The Magic Border" veröffentlicht. 

Obwohl die Lieder auf "Ambiguous Desire" weiterhin textlich scharf sind, wie auch in den Projekten zuvor, ist es das Sound-Geflecht aus Stimme und einer perlenden Produktion, die das Hörerlebnis trägt. Die Atmosphäre von "Ambiguous Desire" bewegt die Hörer:innen wie auf einem Wolkenbett von Song zu Song. Hier und da bleibt man bei einer Zeile besonders hängen oder verliert sich in den Parts, wo Stimmen von Freund:innen und Mitmusiker:innen gesamplet werden. Doch die Gesamtenergie des Albums ist, in einem Wort: Fliegend. 

Was jedoch nicht bedeutet, dass es auf "Ambiguous Desire" feucht-fröhlich zugeht. Wer ein Party-Album á la Pitbull erwartet, sollte seine Glatzenkappe wieder wegpacken. Parks behandelt in ihrem dritten Album ihre emotionalen Abgründe, ehrlich, doch ohne diese je als glamourös oder schaurig-schön darzustellen. Wenn man zur Club-Metapher zurückkehren will, so ist "Ambiguous Desire" musikalisch der schwebende Tanz, wenn der Alkohol gerade angefangen hat, zu kicken, und textlich der Moment, in dem der Alkohol von Spaß plötzlich zu Ernüchterung umschlägt.

Beste Tracks: 2SIDED, Beams, What if I say it?, Jetta

Nataly Sesic

Unter Freund:innen weiß man: Wenn du neue Musik auf die Ohren brauchst, fragst du Nataly. Als Maximalistin im wahrsten Sinne des Wortes liebt sie „too much“: sei es Pop der 2010er, Rock der 80er oder mysteriöse Subgenres irgendwo zwischen tumblr und Totalausfall; Nataly hat dazu eine Meinung - und sicher einige Fun Facts parat. Wenn sie nicht gerade auf einem Konzert ist, macht Nataly die Hallen ihrer Universität unsicher, schreibt oder liest Bücher oder hat selber die Gitarre in der Hand.

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