The Meffs und "Business":
25.09.2026 | Uwe Schmidt
The Meffs sind Gitarristin Lily Hopkins und Schlagzeuger Lewis Copsey aus Essex – eine Zwei-Personen-Band, aber laut eigener Aussage „Louder than a four piece“. Und auf dem neuen Album „Business“, erschienen am 11.09.26 bei ZONEMUSIC, trifft dies wahrhaftig zu! Gleich der erste Track „Dreamin´“ ist mit seinen verzerrten Gitarren und dem verzerrten Gesang einfach nur ein 1:04 Minuten kurzes schönes Stück Krach oder eben einfach auch: Punkrock pur!
Nach „What a nightmare“ singen sie in „Where did it all go wrong“: Circle of life / Destined from the start / But we never knew we could / Tear this world apart / The tree`s on fire again / We didn`t learn our lesson.
Die Singleauskopplung „Business“ fällt für mich mit dem einsetzenden Sprechgesang Excuse me, is this the industry? / The big, bad industry? / Employees who think they`re free / Forgot their thank yous and their please (klingt, als hätten sie mal ein paar meiner Kolleg*innen kennengelernt) zwar im Vergleich zu den anderen Songs etwas ab, aber vielleicht ging es hier dann doch um die Möglichkeit, auch im Mainstream gespielt zu werden.
Auch „Law“ ist ähnlich, aber dafür kommt mit „Fight“ eine grandiose kleine Hardcore-Nummer hinterher!
In „Disorder (Wake up)“ holen sie zum großen verbalen Rundumschlag aus: Whose your enemy / Clickbait, blowing up your brain / Millionaires place their blame on / Refuge, immigration / For the downfall of the nation / Distraction gathers traction / Takes eyes off their inaction. Großartig.
Nach „Love to lose“ folgt „So modern (keep up)“. Es beginnt mit Hopkins` Akzent mit Sprechgesang, im Refrain überkommt sie dann wieder die übliche Wut.
Die Kirche bekommt in „God complex“ auch noch eine Breitseite ab und in „Like gravity“ zum Schluss hört man auch ein wenig Selbstzweifel anklingen: „I`d rather cut my pride in half / Before somebody else tries / Self deprecation / Is self love in disguise / Pull myself together / As I pull myself apart / If I close my eyes / And count to ten / I think I`ll be alright.
Wertung
Mit dem Produzenten-Wechsel von Frank Turner zu Dan Weller hat die Band noch eine Stufe höher auf Ihrem Weg durch das Punkuniversum gezündet. Mit diesem Album kann man wunderbar Aggressionen abbauen, egal ob im Business oder im Home-Office. Ein zwar kurzes Album (nur zwei Songs sind über drei Minuten, drei Songs sogar unter zwei Minuten), aber ein wahrhaft schönes Brett. Um es mit den Worten des Bosses am Schluss des Videos von „Business“ zu sagen: „They ain`t business!“. Und das ist gut so.
Uwe Schmidt
Uwe ist ein Boomer aus dem hohen Norden. Sozialisiert mit Kiss und den Beatles passt auf ihn "Von ABBA bis Zappa" genauso wie "Von AC/DC bis ZZ Top" oder "Von Adicts bis Zebrahead". Er ist großer Fan der kleinen Festivals und ein leidenschaftlicher Konzertgänger, wenn nicht grad der THW Kiel oder der FC St. Pauli spielen. Oder er eine Vinyl zuhause auflegt...