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Reviews

Kind Kaputt und "Ins Blau": Nichts mehr zu beweisen

19.01.2026 | Mark Schneider

Kind Kaputt schicken uns mit ihrem neuen Album nicht nur "Ins Blau", sondern auch ins neue Jahr 2026. Die Welt wird im Gegensatz zur deutschen Alternative Rock-Band in diesem Jahr vermutlich nicht sonderlich besser, doch Kind Kaputt legen gleich zu Beginn eine Platte nach, die die Qualität von "Morgen ist auch noch kein Tag" mehr als bestätigt.
©
Spotify

Etwas mehr als drei Jahre ist es her, dass "Morgen ist auch noch kein Tag" uns vollends begeisterte. "Kind Kaputt sprengen Erwartungen, Genres und irgendwie auch emotionale Grenzen." - dieses Album war bereits im Jahr 2022 eine Ansage, von der ich mich erst im Nachgang an zwei Stellen (Konzerten) überzeugen durfte. Vor allem durch diese beiden Live-Erfahrungen haben sich Kind Kaputt in kürzester Zeit in den Kreis meiner aktuell favorisierten Bands gespielt. Umso größer war meine Freude, als ich "Ins Blau" zum ersten Mal anhören durfte, um die über die schon veröffentlichten Singles hinausgehenden Songs in aller Ruhe aufzusaugen. Das Album entstand komplett in Eigenregie und hält einiges für uns parat.

"Ins Blau" beginnt direkt mit einer neuen Nummer: "Teilnahmeurkunde". Für mich gleich zu Beginn einer der besten Songs auf diesem Album. Tragfähige Brücken über dutzende Probleme oder die mit der Tesarolle zu klebenden Risse malen nicht nur textlich kreative Bilder vor dem inneren Auge, auch musikalisch weiß dieses Lied zu gefallen. Der auffällig unterschiedliche Einsatz der Snare in eigentlich gleichzusetzenden Songteilen steigert zuerst die Spannung hinaus aus den ersten beiden Strophen und gibt infolgedessen den dann eher klassichen Takt zum Mitwippen vor. Und auch wenn es im Song nicht für mehr als die Teilnahmeurkunde reicht, sitzt der Opener des Albums umso mehr. Eine weitere Besonderheit auf "Ins Blau" offenbart der zweite Titel "Aufgeben": Chöre! Diese ergänzen den klaren Gesang an den richtigen Stellen und tragen den Song in Richtung Ende. Generell spielt die Zweitstimme bei Kind Kaputt im Jahr 2026 eine wichtige Rolle. Schau auf die Zahl und vergiss, was sie heißt. Sie wird nur kleiner, je mehr du vergleichst. Ohne eindeutig zu beantworten, was die Band hier eigentlich meint, steht dieser Satz als gutes Beispiel für die Art und Weise der Texte auf "Ins Blau", immer wandelnd zwischen Spielraum und klarer Ansage. Es existiert kein Versagen im an den Nagel hängen oder Denn nur du musst dir verzeihen belegen in "Aufgeben" die textliche Grundstimmung zwischen Erwartungshaltungen von Innen und Außen sowie den eigenen Unsicherheiten.

"Ins Blau" ist geprägt von diesen Unsicherheiten, von der stetigen Angst, am eigenen Leben vorbei zu existieren und dabei das Gefühl zu haben, zu vergessen wie man eigentlich lebt ("Wie man lebt"). Was für andere Menschen selbstverständlich zu sein scheint, bringt uns oft an unsere Grenzen ("Wie geht denn das"). Du musst es einfach machen ist zwar leicht gesagt, doch umso schwerer umzusetzen und zudem um ein vielfaches schwieriger als den Schein aufrecht zu erhalten. Mein zweites Highlight auf dem neuen Album von Kind Kaputt ist der Song "Teufel", in dem es um mutmaßliche Freiheiten gibt, die sich im Leben ergeben (sollten). Unter dem Strich bekommen wir jedoch viele Entscheidungen entweder vorgelebt oder eingeredet, sodass uns zum Beispiel die Wahl der Automarke als Freiheit deklariert wird anstatt der Frage, ob wir überhaupt ein Auto haben möchten. "Teufel" ist bisher der Titel, den ich mit Abstand am Meisten abgespielt habe.

Mit "Angst" folgt eine auf den ersten Blick wirklich entspannende Ballade. Zumindest solange man bei den Texten nicht ganz so genau hinhört. Der Titel ist eine schonungslose Aufzählung ganz vieler Dinge, die einem im Hier und Jetzt Unbehagen bereiten können. Sei es "ein Plan im Landhaus Adlon" oder der Sohn, der zu "L’amour toujours" mitsingt. Sei es das Verdrängen der eigenen Vergänglichkeit oder am Ende sogar manchmal die Angst vor uns selbst: Kind Kaputt zeigen klar und deutlich auf, wie viele Unsicherheiten unser aller Lage aktuell beinhaltet. "Gleich" als vorletzter Titel des Albums stellt die Kernfrage, ob wir in dem Moment, in dem wir alle anders sein wollen, nicht eigentlich schon wieder gleich sind. Das Feature von HAXAN030 bietet kurz vor Schluss der Platte noch einmal willkommene Abwechslung, bevor uns "So weit" nach etwa 35 Minuten aus dem Album entlässt. Auch der Schlusspunkt von "Ins Blau" passt thematisch gut an diese Stelle und ermutigt dazu, dass all die Anstrengungen in unserem Leben, die wir für andere unternehmen, keineswegs nötig sind. "Du musst nichts mehr beweisen" - genau diesen Satz könnte man auch zu Kind Kaputt sagen, die mit "Ins Blau" einen Nachfolger zu "Morgen ist auch noch kein Tag" herausgebracht haben, der, wenn in meinen Augen auch etwas sanfter und melodischer gestaltet, die Besonderheit dieser Band mehr als bestätigt. Frei nach Farin Urlaub: Völker, hört die Tonträger.

9

Wertung

Selten habe ich mich so schwer damit getan, Zitate für eine Review zusammenzutragen. Textlich ist "Ins Blau" so reich an beeindruckenden Zeilen, dass es mehrere Anläufe braucht, um alle zu verinnerlichen. Dabei erwischen mich Kind Kaputt immer wieder mit Textpassagen und Gefühlen, die in den 30ern des Lebens geprägt sind von Orientierungsschwierigkeiten sowie Unsicherheiten und geben damit sogar das Gefühl mit, eben nicht allein zu sein. Musikalisch kommt mir das Album wie beschrieben etwas sanfter vor als sein Vorgänger, das passt aber absolut zum Inhalt.
Mark Schneider

Mark Schneider

In Marks ländlicher Heimat fährt der letzte Bus kurz nach der Tagesschau (die um 20:00 Uhr). Die Nähe nach Köln, Frankfurt oder Wiesbaden hält ihn jedoch nicht davon ab, ständig auf Achse zu sein. Ob kleine Acts im Club oder Musikgiganten vor Tausenden: Besucht wird, was laut ist und Spaß macht! Dabei sind im Genre (fast) keine Grenzen gesetzt.

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