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Heulen am Wasser
schluma sind mir im Juni als Support von Kettcar zum ersten Mal begegnet. Ihr Liveauftritt war einfach klasse. Besonders dieser „Ich werde eh nicht älter als 35“-Sound, der sich textlich irgendwo zwischen Uni-Alltag, gebrochenen Herzen und den kleinen Absurditäten des Lebens bewegt, zeugt von einer tiefen Ehrlichkeit, die der Band bei mir sofort unendlich viele Sympathiepunkte eingebracht hat. Nun veröffentlichen sie ihr Debüt Heulen am Wasser. Und dieses ist so wundervoll unperfekt. Ihr Sound hat dabei etwas angenehm Ungekünsteltes: kantig, verspielt und immer ein bisschen so, als würde die Band gerade erst herausfinden, wohin der nächste Song eigentlich will. Eine Band am Anfang, die sich offensichtlich nicht vom Perfektionismus der Musikindustrie (ver-)leiten lassen möchte. Die Gitarren dürfen schrammeln, die Melancholie versteckt sich gerne hinter Albernheiten und die scheinbare textliche Belanglosigkeit zeugt bei genauerem Hinhören von einer ziemlich tiefen Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. Vielleicht klingen die Songtitel deshalb auch wie Gesprächsfetzen, die man irgendwo zwischen Küchentisch, Mensa und WG-Zimmer aufschnappt. schluma erzählen nicht die großen Geschichten, sondern machen aus den kleinen, manchmal absurden Momenten des Lebens ihre Songs. Und genau darin liegt ihre Stärke. Für mich sind schluma noch keine Antwort auf die Frage, wohin deutschsprachiger Indie-Punk geht. Aber sie sind eine ziemlich gute Erinnerung daran, warum man ihn überhaupt hören möchte. Anspieltipps: „Ich bin ein Außenseiter dieser Republik“, „Mitte 30“, „Annormale Leute“
Nicht vorhanden