Nach der EP "Im Regio weinen" hätte man glauben können, Jule sei bereits sehr nah bei sich. Ihr Debüt "Es ist nie zu spät für Frühstück" vertieft die emotionale Bewegung ihrer Songs. Dabei entfaltet sich ein Raum voller Stillstand, Wiederholung, Nähe, Unterwegssein, leiser Wut und intensiver Gefühle. Mit Band werden die Songs größer, ohne ihre Intensität zu verlieren. Diese ist kein Thema, das erklärt werden muss, sondern etwas, das man spürbar erfährt. Beim Hören haben mich die Bilder und Stimmungen unerwartet getroffen – sie haben etwas Verborgenes und Verdrängtes in mir wachgerufen. Ein Debüt, das nachwirkt, nicht nur erzählt. Auch weil die Musik den Gefühlen Raum lässt, ohne sie zu überhöhen. Anspieltipps: "anders gewollt", "meine schuld/deine schuld", "beruhig dich, du stirbst nicht"