Ich kannte die Band nicht. Jetzt schon – und das ziemlich deutlich.Verantwortung für Doitschland trifft mich ohne Anlauf: roh, laut, kompromisslos. DAS BILDUNGSBÜRGERTUM aus dem norddeutschen Raum macht keinen Hehl daraus, worum es geht – klare Haltung, direkte Worte, nichts wird glattgezogen. Die Texte sind politisch, unbequem und genau deshalb wirksam: Polizeigewalt, toxische Männlichkeit, Homophobie oder faschistische Tendenzen. Musikalisch knallt mir eine Mischung aus Punk, Ska und härteren Kanten entgegen. Was hängen bleibt, ist dieses Wechselspiel: mal Krawall, mal Ironie, dann wieder überraschend nachdenklich. Der Gesang überdreht stellenweise bewusst, kippt fast ins Karikierende – und trifft gerade dadurch. Dieses Album hat sich bei mir Gehör verschafft und bleibt im Kopf. Für mich eine echte Neuentdeckung und ziemlich sicher weit oben in meiner Jahresliste. Anspieltipps: "RIAS", "1 Mann 1 Wort", "In Fahrtrichtung Rechts"