Sludge meets ambient. Auf den ersten Blick provoziert die Zusammenarbeit der Noise-Rock-Band Chat Pile mit dem texanischen Avantgarde-Gitarristen Hayden Pedigo bei den meisten Zuhörenden wohl eher Stirnrunzeln als Begeisterung. "In The Earth Again" zeigt aber auf eindrucksvolle Weise, wie sich diese beiden Artists ergänzen. Sowohl Pedigo als auch die Band aus Oklahoma stehen in ihrer Musik tief verwurzelt im ländlichen Amerika. Tristesse, Strukturwandel und Perspektivlosigkeit treffen auf Tradition und Reflektion. Pedigos klirrendes Gitarrenspiel kontrastiert sich hervorragend mit den dröhnenden Kulissen des Trübsals, die Chat Pile so meisterhaft zu beschwören wissen. Die heiser krächzende Stimme von Raygun Busch geht im Mix beinahe unter, droht ständig von den brechenden Wogen übertönt zu werden. Es fühlt sich an, als würde der Sänger um sein Leben schreien. "In The Earth Again" ist zwar deutlich ruhiger als Chat Piles bisherige Releases, büßt dabei nichts von seiner Wucht ein. Im Gegenteil, die kontemplativen Passagen, in denen Pedigo sich in den Vordergrund spielt, geben der brutalen Wucht der Instrumentierung an vielen Stellen einen notwendigen Raum zum Atmen, und Songs wie "The Magic of the World" verdienen zweifelsohne das Prädikat rührend. Hier haben es alle beteiligten geschafft, dem Endprodukt auf bestmögliche Weise ihren Stempel aufzudrücken.