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Anger Is Eternal

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ANGER IS ETERNAL, das zweite Album der Band aus dem schweizerischen Winterhur, setzt beim Debüt Anger Is Energy an. War das Debüt ein unmittelbarer Ausbruch, der Wut als Ventil brauchte, so verschiebt sich nun die Perspektive: Ich habe den Eindruck, dass es weniger um den Moment der Eskalation geht, sondern um die Frage, was passiert, wenn diese Wut bleibt. Die Wut verschwindet nicht, sie wird zu einem dauerhaften Zustand – und genau das höre ich in diesem Album. Inhaltlich ist es eine starke Auseinandersetzung mit Entfremdung – sowohl im Privaten als auch im Gesellschaftlichen. Beziehungen wirken brüchig, Kommunikation schwierig, vieles bleibt unausgesprochen. Gleichzeitig wird für mich deutlicher als auf dem Debüt, dass diese persönliche Isolation nicht losgelöst von äußeren Umständen ist. Ich höre da immer auch den Druck von außen mit, dieses diffuse Gefühl, in einer permanent angespannten Gegenwart zu leben. Was mir dabei auffällt: Das Album bietet keine wirkliche Auflösung. Es bleibt in dieser Spannung – und genau das macht es für mich glaubwürdig. Auch musikalisch höre ich eine klare Entwicklung. Der Sound ist immer noch gitarrenlastig, aber die Gewichte verschieben sich. Der Bass tritt stärker hervor, die Gitarren sind weniger brachial, dafür flächiger und atmosphärischer. Für mich geht das ein Stück weg vom rohen Noise und Post-Punk hin zu einem offeneren Alternative-Rock-Sound, der mehr Raum lässt. Der Gesang trifft für mich einen ähnlichen Punkt: Er bleibt direkt und emotional, wirkt aber kontrollierter, weniger von unmittelbarer Wut getrieben. Dadurch entstehen Zwischentöne, die ich auf dem Debüt so noch nicht gehört habe. Insgesamt wirkt das Album auf mich strukturierter und weniger chaotisch. Die Wut ist noch da, aber sie wird nicht mehr einfach herausgeschrien. Ich habe eher das Gefühl, dass sie sich verdichtet – fast in etwas Melodisches überführt wird. Und genau darin liegt für mich die Stärke von ANGER IS ETERNAL: Es versucht nicht, die Wut aufzulösen, sondern zeigt, wie man mit ihr weiterlebt.
Nicht vorhanden

von Frank Diedrichs

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