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Scour Order
Auf die Gefahr hin, dass Genrepurist*innen bereits nach diesem Satz wieder aussteigen: Einige der spannendsten Entwicklungen im Black Metal passieren seit Jahren auf der anderen Seite des großen Teichs. Die US-Szene übertrifft sich gefühlt jedes Jahr mit mehr Releases, neuen Bands und einer Menge frischer Ideen. Ob das nun an daran liegt, dass sich das politische Klima rasant den tatsächlichen Witterungsbedingungen in der skandinavischen Heimat des Black Metal anpasst, sei mal dahingestellt. Krallice aus NYC tragen ihre Meinungen und Gefühle zu diesen politischen Turbulenzen jedenfalls auf "Scour Order" musikalisch wie lyrisch nach außen. Auch wenn weite Teile der 63 Minuten des Albums ohne Gesang auskommen, so reflektieren doch die kollossalen Gitarrenriffs und unnachgiebigen Blastbeats eine brodelnde Frustration. "Scour Oder" kann auch in Sachen Epik beinahe nahtlos an den Vorgänger "Inorganic Rites" anknüpfen, entfaltet dabei vielleicht sogar etwas mehr Dynamik über den Verlauf der Platte hinweg. Im direkten Vergleich macht das den Neuling etwas weniger monolithisch, was je nach Präferenz entweder als Fort- oder als Rückschritt ausgelegt werden kann. Ich persönlich mochte dieses beinahe undurchdringliche Dickicht sehr gern, kann den künstlerischen Entscheidungen, die die Band auf "Scour Order" trifft, allerdings ebenfalls einiges abgewinnen.
Nicht vorhanden