Culk erschienen 2020 mit dem Paukenschlag, der "Zerstreuen über nichts" war, auf meinem musikalischen Radar, und verschwanden dann aber auch irgendwie recht schnell wieder. Die Gründe für hierfür sind, wie ich auch beim Hören von "smogstar" feststelle, völlig meine Schuld. An Culks unterkühltem Mix aus abgewetztem Post-Punk, flirrenden New Wave Sounds und lethargisch vorgetragenen Texten über die erdückende Urbanität der Gegenwart kann es jedenfalls nicht liegen, denn die sind nach wie vor wahnsinnig einnehmend. Getränkt in den Mix der Instrumente drehen sich die nachdenklichen Phrasen von Sophie Löw um dieses dystopische Grundgefühl des Selbstverlust, dem sich in Zeiten von permanentem Auf-Sendung-Sein niemand mehr so richtig entziehen kann. Culk liefern den perfekten Soundtrack für die Navigation einer solchen Welt, so ziellos sie auch scheint. Kompromisslos organisch, unverkennbar menschlich.