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Im Kreuzverhör

Kreuzverhör #62: Nathaniel Rateliff & The Night Sweats und ihr selbstbetiteltes Album

15.05.2026 | Frank Diedrichs

Im Kreuzverhör stellt sich die Redaktion in jeder Ausgabe gemeinsam einer Platte außerhalb ihrer Komfortzone. Dieses Mal wirft Frank das selftitled Album von Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in den Ring.
©
https://shop.nathanielrateliff.com/products/nathaniel-rateliff-and-the-night-sweats

Frank Diedrichs

Ich weiß gar nicht mehr genau, wo mir Nathaniel Rateliff & The Night Sweats zum ersten Mal begegnet sind. Wahrscheinlich irgendwo auf YouTube oder über irgendeinen Musikkanal. Aber ich weiß noch ziemlich genau, welcher Song es war: „S.O.B.“ Dieser Song hat mich sofort mitgerissen – nicht nur musikalisch, sondern auch durch das dazugehörige Video. Da war plötzlich dieser Sound: soulig, leicht R’n’B-angehaucht, voller Energie. Eine Mischung aus Soul, Gospel, Rock und Rhythm & Blues, die sofort etwas Körperliches hatte. Ich hörte das nicht nur, ich spürt es. Gleichzeitig steckt hinter diesem mitreißenden Groove ein erstaunlich düsterer Kern. Der Text handelt von Alkoholabhängigkeit, Entzug und persönlicher Krise. Gerade dieser Kontrast zwischen euphorischer Musik und innerem Absturz macht den Song für mich bis heute so stark. Danach habe ich mich immer weiter in das Album hineingehört. Schnell gab es weitere Stücke, die mich gepackt haben. Besonders „I Need Never Get Old“ ist so ein Song, der bei mir sofort hängen geblieben ist. Aber auch „Howling at Nothing“ mit diesem schwebenden Groove oder das deutlich entschleunigte „I've Been Failing“ haben gezeigt, dass das Album nicht nur aus lauten Soulmomenten besteht, sondern auch eine verletzliche Seite hat. Überhaupt hat dieses komplette Album eine enorme treibende Kraft. Es wirkt nie geschniegelt oder künstlich, sondern wie eine Band, die einfach voller Wucht spielt. Faszinierend fand ich auch, dass Nathaniel Rateliff ursprünglich eher als Folk-Singer-Songwriter bekannt war. Und plötzlich steht da diese große Soulband mit Bläsern, Gospelchören und einem rauen, rockigen Groove. Diese Mischung aus Melancholie, Druck, Wärme und Bewegung hat etwas unglaublich Mitreißendes. Gerade Songs wie „Wasting Time“ oder „I'd Be Waiting“ zeigen dabei, dass die Band trotz aller Wucht immer wieder Raum für ruhigere und emotionalere Momente lässt. Dazu kommen die Videos, besonders das zu „S.O.B.“. Diese Gefängnisszenerie funktioniert fast wie ein Bild für die Gefangenschaft in der eigenen Sucht. Das passt erstaunlich gut zu der ganzen Stimmung des Songs. Als ich die Band dann wirklich für mich entdeckt hatte, lief gerade „S.O.B.“ ständig im Auto. Vor allem dieser Einstieg hat sich bei mir eingebrannt: das Offbeat-Klatschen der Band, dieser Rhythmus, der sofort alles nach vorne zieht. Kaum beginnt der Song, ist diese Energie da. Ich habe den Takt ständig mitgeklopft, egal ob am Lenkrad oder irgendwo anders; häufig auch nicht getroffen. Sehr zur Freude meiner Kinder…. Irgendwann habe ich mir das Album auf Vinyl gekauft. Und genau das ist bis heute eines dieser Alben geblieben, die ich immer wieder gerne auflege – nicht nur wegen einzelner Songs, sondern wegen dieser besonderen Atmosphäre, die das ganze Album trägt.

Dave Mante

Es ist etwas witzig. Ich war vor kurzem mit einer Band auf Tour und wir sind nach unserem Paris-Gig über französische Landstraßen bis nach Bourges gefahren. Währenddessen saß Richie, der Bassist der Melmacs, am Spotify-Jam und hat uns mit bester Country-Musik versorgt. So nah war ich dem Trucker-Life noch nie. Nun, bis ich das Album „Nathaniel Rateliff & The Night Sweats“ der gleichnamigen Band gehört habe, während ich durch die sonnendurchflutete Stadt gestreift bin. Also, zwar sahen wir da nicht aus wie Trucker, aber das Gefühl war wieder zurück. Am meisten beeindruckte mich dabei, dass dieses Album von 2015 ist und nicht von 1975. Diese Band hätte auch neben Green River von Creedence Clearwater Revival stehen können und niemand hätte etwas komisch gefunden. Die raue, etwas verrauchte Whiskystimme und dieses sehr melancholische Instrumental catchen mich einfach. Eventuell auch, weil Countrymusik sich wirklich wenig vom Midwest-Emo unterscheidet, nur dass da weniger darüber gesungen wird, warum das Leben auf der Straße das beste ist, seien wir ehrlich, Midwest-Emo-Menschen bleiben dann doch lieber bei ihren DIY-Kellershows.

Nataly Sesic

Immer, wenn ich ein Album oder ein:e Künstler:in höre, das, der oder die nicht ganz meinen Geschmack trifft, stelle ich mir die Frage: Wo ist das Gute, das Schöne, das Emotionale in diesem Werk und wie kann ich daran teilhaben? 
Das selbstbetitelte Album von Nathaniel Rateliff & The Night Sweats ist musikalisch kompetent, passend produziert und bietet einiges an "Mitwipp-Momenten". Ich stelle mir vor, während ich meine Festivaltasche packe, wie ich das Album höre und die Landschaft auf der Fahrt vorbeiziehen sehe. Bei der Arbeit höre ich das Album nebenbei, summe ab und an eine Melodie mit, tappe meine Finger auf den Tisch zum Rhythmus, mal mehr, mal weniger korrekt. Die Single "S.O.B.", die überall besonders positiv hervorgehoben wird, ist der Titel auf dem Album, den ich mit voller Aufmerksamkeit und mit einem kleinen Grinsen höre. Vielleicht murmele ich den Refrain auch in unbeobachteten Momenten leise mit. 

Als jemand, der mit Soul recht wenig am Hut hat, fühle ich mich nicht dazu qualifiziert, über die Qualität des Albums große Meinungen herauszuhauen. Es klingt gut – doch mir fehlt das Vokabular auszudrücken, inwiefern, und ob Nathaniel Rateliff & The Night Sweats sich besonders im Vergleich zu ihren Kolleg:innen hervortun. Für mich ist das Album eine angenehme, wenn auch wenig bewegende Hörerfahrung. Der Weltschmerz, der in den Liedern mitschwingt, ist authentisch, und doch für mich nicht greifbar. Vielleicht bin ich an dieser Stelle zu jung, um die Schwere des Alters klar zu erfassen, vielleicht bin ich als alteingesessener Elder Emo eher von dem Gedanken trauriger Jugend geprägt.  Dagegen kann ich mir gut vorstellen, Nathaniel Rateliff & The Night Sweats als Hintergrundmusik beim Lesen anzumachen oder bei einer Autofahrt zum Soundtrack zu nehmen. 

Frank Diedrichs

Frank lebt seit über zwanzig Jahren in der Mitte Niedersachsens und unterrichtet Kinder und Jugendliche an einer Oberschule. Nach seiner musikalischen Erstprägung durch die Toten Hosen und Abstürzenden Brieftauben erweiterte er seine Hörgewohnheiten: Folkpunk, Singer-/Songwriter, Blues, Deutschpunk, US-/UK-Punk. Dabei kommt von Johnny Cash über The Beatles und Pascow bis hin zu Marvin Gaye eine Menge Vielfalt aus den Boxen, am liebsten als Vinyl.

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