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Interview

Nick Ruiz von The Props: Almost Famous

14.05.2026 | Nataly Sesic

Wenn man "The Props" googelt, wird man zum aktuellen Zeitpunkt wahrscheinlich noch wenig finden – zumindest wenig Musikalisches. Das kalifornische Quartett ist noch sowas wie ein Branchengeheimnis; eine Band, die sich aus dem Dunst von L.A.s alternativem Untergrund erhoben hat, um die Szene aufzumischen. In den stillen Stunden einer lauen Frühlingsnacht treffe ich Sänger Nick Ruiz virtuell zu einem Gespräch.

Wenn man über die vielen Entstehungsmythen der Rockgeschichte spricht, beginnt die Geschichte in der Regel mit drei bis fünf Teenagern und einem gemeinsamen Traum. 

Oder einer schicksalshaften Begegnung an einem mythischen Ort, gerne im Wald, einer gotischen Kirche oder im Moshpit eines Festivals. Oder wenigstens mit einem amüsanten Zusammenstoß in einer engen Club-Toilette. 

Die Anfänge von The Props sind dagegen geradezu prosaisch: Die einzelnen Mitglieder, auch Sänger Nick Ruiz, waren bereits Teile von anderen Bands, die einfach, aus ganz unterschiedlichen Gründen, nicht ganz zu funktionieren schienen. Es galt, sich umzuorientieren. Ruiz erinnerte sich an Drummer Sam Edelman und Bassist Jersey Sullivan, die er Jahre zuvor mit ihrer damaligen Band live gesehen hat. 

Man trat in Kontakt, merkte, dass es passt. Innerhalb kürzester Zeit haben sich so The Props als musikalischer Flickenteppich zusammengefunden. Irgendwo zwischen Schicksal und Utilität wird aus einem Zufall eine gemeinsame Vision. 

Der Name wurde ähnlich praktisch gewählt, wenn auch mit einem unterschwelligen Grinsen: To give props (jemanden loben), probability (Möglichkeit), theater/TV prop (ein Gegenstand, der die Szene ausschmückt), proper (ordentlich, richtig) – all das und mehr steckt hinter dem Bandnamen. Ruiz erinnert sich daran, dass er in der Findungsphase oftmals nachts aufgewacht ist, um sich Ideen für Namen aufzuschreiben. Eigentlich sei der genaue Name gar nicht wichtig, so Ruiz. Bandnamen verändern ihre Bedeutung mit der Zeit und mit den Fans, man wollte also nicht allzu streng an einer Bedeutungsebene festhalten.

Da The Props eine Sammlung von Künstlern aus verschiedenen Bands und so auch verschiedenen Stilen der Szene ist und war, war eine der größten Aufgaben zu Beginn, einen gemeinsamen Sound zu finden. 

Ruiz meint, sie hätten noch an ihrem Sound gefeilt, während die EP schon in Produktion war. Sie hatten eine vage Richtung, in die sie sich gemeinsam bewegen wollten, doch den tatsächlichen Prozess der Selbstfindung vergleicht er mit dem Hammer in der Schmiede. Jedes Mal, wenn man sich traf, war das Ziel, dass dabei ein Song rausspringt. Die Arbeit an der ersten EP sollte eben das sein – Arbeit. Sie alle sind Profis, erfahren im Bandumgang und hungrig nach mehr: mehr Musik, mehr Öffentlichkeit, mehr Mehr. Gleichzeitig sollte die Arbeit nicht zur Maloche verkommen. Der Grat dazwischen, seine Kunst ernst zu nehmen und sie zum Schaffen zu degradieren, ist manchmal dünn. 

Ruiz erzählt von einer Tour mit Tigercub, die ihn musikalisch so inspiriert hat, dass er direkt im Anschluss mit Dawson nach Hause gefahren ist, um "Hexes and Ghosts" zu schreiben – das war auch der erste Moment, in dem sich ein klarer Stil gefestigt für The Props hat. 

Der Titeltrack "Arrow" verankerte schließlich vollends, wo die musikalische Reise hingehen sollte. Diese Art, Musik zu machen, macht am meisten Spaß, so Ruiz. Wenn sich etwas so natürlich anfühlt, fast schon spirituell, weiß er – das ist der richtige Weg. 

Über Tigercub hinaus ziehen sich The Props für ihre Musik Inspiration aus allen Ecken. Ruiz ist ein großer Fan der New Yorker Alternative-Szene. Eigentlich schockierend für eine Band aus L.A. Gibt es da auch mal Anfeindungen, oder hat sich die musikalische Westcoast-Eastcoast-Rivalität in den letzten 20 Jahren gelegt? Da kann Ruiz nur lachen: "I'm not at liberty to say," so die kryptische Antwort. 

Wenn man, vor allem hier in Deutschland, an Los Angeles denkt, so drehen sich die Überlegungen in der Regel um den Glanz und Glamour der Filmindustrie. Das ikonische – in mehrfacher Hinsicht – Hollywood Sign, Rodeo Drive, rote Teppiche unter glänzenden Filmplakaten von denen die neuen und alten Stars auf den Pöbel herabgrinsen. 

Wenn man jedoch tatsächlich in L.A. lebt, ist, mit Ausnahme einiger Hotspots, nicht viel mit Glamor. Die Musikszene von Los Angeles ist divers und quirlig, doch auch stur, von viel Veränderung und Vetternwirtschaft gezeichnet. The Props verstehen sich als distinktive L.A.-Band, so wie sich auch Nirvana einst als eine distinktive San Francisco-Band verstanden hat. Ihre Musik repräsentiert, so Ruiz, das "echte" L.A: Eine Schere, die L.A. als "the happiest place on earth" zeigt, und gleichzeitig einen Scheinwerfer auf die "grinding existence" der Künstler:innen wirft, die inmitten ihres scheinheiligen Glanzes hoch hinaus wollen.

Ruiz hofft, dass "The Arrow" die Tiefgründigkeit zeigt, die The Props bereithält, sowohl im emotionalen, als auch im musikalischen Sinne. "We want it to be a well, not a puddle," so Ruiz. Authentizität und Handwerk ist dem Sänger enorm wichtig. Er will zeigen, dass The Props eine "richtige Band" ist. Vielleicht fühlen sich Künstler:innen der Alternative-Szene nach der vermeintlichen Aufdeckung von Rockband Geese als "industry plants"* umso mehr dazu gezwungen, ihre eigene Authentizität zu belegen. 

Ruiz würde nicht so weit gehen, "Arrow" als Konzeptalbum zu bezeichnen, doch er hofft, dass Hörer:innen die Verbindungslinie, die sich durch die Songs zieht, entdecken. Für ihn und die Band ist das wichtigste, menschliche, hochemotionale Geschichten zu erzählen. "It's about reflection," sagt Ruiz. "You hope that somebody hears your emotions, your pain, and maybe it makes them feel seen and heard."

Noch sind The Props ein Geheimnis aus dem L.A.-Untergrund. Das soll sich bald ändern, hofft Ruiz. Musik aufnehmen, touren, Menschen und Medien ihre Musik näher bringen: So sieht Erfolg für The Props aus. 

Ruiz verrät eins: Eine "viel bessere" Platte als die kürzlich veröffentlichte EP steht bereits in den Startlöchern. "Arrow" war ein erster gemeinsamer Gehversuch, produziert von GRAMMY®-Preisträger Carlos de la Garza. 

Die nächste Platte zeigt, was The Props wirklich drauf haben. "I'm looking forward to the future" sagt Ruiz. "We climbed the mountain, but there's a whole mountain range still ahead of us."

 

*(Geese sind übrigens keine "industry plants", 90 Prozent der Menschen, die diesen Begriff online nutzen, wissen nicht, was er eigentlich bedeutet.)

Nataly Sesic

Unter Freund:innen weiß man: Wenn du neue Musik auf die Ohren brauchst, fragst du Nataly. Als Maximalistin im wahrsten Sinne des Wortes liebt sie „too much“: sei es Pop der 2010er, Rock der 80er oder mysteriöse Subgenres irgendwo zwischen tumblr und Totalausfall; Nataly hat dazu eine Meinung - und sicher einige Fun Facts parat. Wenn sie nicht gerade auf einem Konzert ist, macht Nataly die Hallen ihrer Universität unsicher, schreibt oder liest Bücher oder hat selber die Gitarre in der Hand.

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