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FENIAN
"FENIAN" ist ganz eindeutig der nächste Schritt nach vorn für das Senkrechtstarter-Trio aus Belfast. Etwas weniger rasant als noch "Fine Art", dafür im Sound deutlich ambitionierter. Die Musik scheint mit ihren Aufgaben zu wachsen - wenn die Venues größer werden, wird auch der Klangmantel pompöser. Positiv festzuhalten ist dabei, dass Kneecap ihre Stimme keineswegs verloren haben. Ihre Politik bleibt radikal, kompromisslos und unbequem. Diese Haltung erwartet man von den drei Musikern, dass sie sie im ständigen Gegenwind und auch im Angesicht massiver Einnahme-Einbrüche (viele Shows der Band, gerade in Deutschland, wurden in der Vergangenheit wieder zurückgezogen) bewahren, ist aber wohl kaum selbstverständlich. Eine große musikalische Stärke von "FENIAN" ist die Mehrstimmigkeit in den Rap-Parts, die Moglaí Bap und Mo Chara abliefern. Mit mühelosen Sprachwechseln und unverkennbaren Flows wuseln die beiden über eine Palette von Beats, die DJ Provaí diesmal aus einem breiten Repertoire an Einflüssen schöpft; von Rave über Grime bis Jungle-Beats ist hier alles dabei. "FENIAN" fühlt sich zwar etwas weniger kohärent und wild an als der Vorgänger, bekennt sich aber weiterhin zu den Stärken von Kneecap, was mehr als ausreicht, um eine spannende Hörerfahrung zu erzeugen.
Nicht vorhanden