Die Komponistin, Organistin und generell Ausnahmekünstlerin Anna von Hauswolff übertrifft sich mit diesem monumentalen Album selbst. Befreit von den produktionstechnischen Einschränkungen, die der Standort einer Orgel typischerweise mit sich bringen würde, schafft sie in Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten Filip Leyman 72 Minute düstere Opulenz, durch deren schweren Klangvorhang nur selten kleine Lichtstrahlen der Hoffnung schimmern. Ergänzt werden die Kompositionen durch die Gastbeiträge von Iggy Pop, Ethel Cain und Maria von Hauswolff, Annas jüngerer Schwester. Der vermutlich wichtigste Kollaborateur ist aber wohl Saxophonist Otis Sandsjö, dessen zyklisch flimmernde Holzbläser-Melodien die schwebenden Kompositionen immer wieder erden und dem Album etwas warmes, organisches geben. "ICONOCLASTS" zitiert sich an vielen Stellen selbst, greift vor und zieht klangliche Parallelen zu anderen Songs der Platte, was dem Album eine gewisse filmische Dramatik verleiht. Wenn dem so ist, mündet der sich wogend aufbauende Konflikt im brachialen "Struggle with the Beast", der mit knapp 9 Minuten zwar nicht der längste Song des Albums, aber doch der durchschlagendste.