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20 Jahre Punkrock, Bier & Schweiß: Destination Anywhere veröffentlichen "Jubiläumslied"

26.06.2026 | Mark Schneider

Mit Destination Anywhere feiert eine Band, dessen Name immer wieder in den Rezensionen sowie Konzert- und Festivalberichten dieses Fanzines auftaucht, in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Da das "Abschiedslied" aus dem Jahr 2019 zum Glück nur von begrenzter Dauer "aktuell" war, können die Siegener heute ihr "Jubiläumslied" veröffentlichen.

Hey, Destination Anywhere! Ich machs persönlich heute:

Fünf Jahre und zwei Alben war eure Band bereits alt, als ich auf dem Bad Laaspher Schützenplatz mit gerade einmal 15 Jahren im Jahr 2011 vor eurer Bühne landete. Ich war einer von den Knirpsen, die an diesem Tag ihre ersten Erfahrungen im Pogo machten. Sicherlich erinnert ihr euch wenn überhaupt nur genauso verschwommen an diesen Tag, wie ich nach weiteren fünfzehn Jahren und so vielen Konzerten. Und doch löste dieser Tag bei mir etwas aus, was ich damals noch gar nicht kannte und was dennoch bis heute anhält: Die Liebe zum Ska-Punk! "Party, Love And Tragedy" war zu dieser Zeit euer aktuelles Album, "How You Feel" der Song, der euch und mich seitdem wohl bei jedem einzelnen Konzert begleitet und mich jedes Mal wieder an dieses erste Mal erinnert. Ich kann euch die Frage aus dem Songtext, wie ich mich in diesen Momenten fühle, ohne Zögern beantworten: Verdammt glücklich darüber, diese Musikrichtung an diesem Tag für mich entdeckt zu haben.

An anderer Stelle habe ich bereits erwähnt, dass ich aktiv am Rekord für den am häufigsten verwendeten Artikelnamen auf dieser Homepage arbeite: "Konzertbericht: Destination Anywhere in Siegen". Und auch wenn die Heimspiele im Vortex atmosphärisch immer etwas ganz besonderes sind, kamen einige Festivalshows beim Pell Mell-Festival sowie ein Gastbesuch in Hannover dazu. Im Jahr 2023 feierten wir sogar ein kleines Wiedersehen auf dem Schützenplatz in Bad Laasphe im Rahmen des Balarock-Festivals. Ob nun aber unter dem Westerwälder Sternenhimmel in Obererbach oder im Béi Chéz Heinz in Hannover: Spätestens wenn die Achterbahn namens Liebe wegen schlechter Konstruktion zusammenbricht, juckt es mir noch genauso in den Füßen wie im Jahr 2011. Das wird im August bei eurem Destival in Siegen so sein, und ganz gewiss auch eine Woche später, wenn wir das Pell Mell-Festival ein weiteres Mal gemeinsam in die Nacht singen.

Im Jahr 2016 folgte mit dem Album "Unter den Wolken" und seinem Opener "Komm, hör doch auf" ein weiterer bei euren Konzerten zum Pflichtprogramm gehörender Song, den ihr im Jahr 2019 dann wörtlich genommen habt. Neben dem "Abschiedslied" gab es das vorerst letzte Konzert im Anschluss als Livealbum ("Komm, hör doch auf! (Live)") mit einer mit so vielen, tollen und alten Songs gespickten Setlist aus dem Siegener Vortex. Ein vorerst letztes Mal "Permission To Sing" oder "Astronaut", welch emotionale und an diesem Abend sogar tränenreiche Reise durch 13 Jahre Destination Anywhere. Es folgten vier Jahre Stille, bevor auch ihr das Gefühl nicht los wurdet, "Mehr davon" zu brauchen. Mit diesem Album wanderte meine erste Vinyl der Band in den Plattenschrank und "Erkennst du mich denn wieder?" als eröffnender Song der Platte zaubert mir bei jedem Abspielen und jedem damit begonnenen Konzert ein dickes Grinsen ins Gesicht. Immer wieder.

Heute gilt es also, euch zum 20. Bandjubiläum zu gratulieren! Was für mich im Jahr 2011 die Tür zum Ska-Punk öffnete, ist mittlerweile gelebte Routine: Ein Konzert von Destination Anywhere pro Jahr muss es dann schon irgendwo sein. Und sei es ein spontanes Selfie nach dem Balarock, das gemeinsame Bierchen zwischen Klo und Theke in Hannover, der eine oder andere gemeinsame Konzertbesuch ("Das Bett"-Hausgäste) oder das obligatorische "Hallo" im Vortex: Bleibt so offen, herzlich und bläserlastig wie ihr es im Jahr 2026 und schon immer gewesen seid!

Mark Schneider im Namen des Plattensprung Fanzines

 

 

Auf das "Jubiläumslied" möchte ich natürlich auch noch eingehen. Ich durfte den Song einige Stunden zu früh bei sommerlichstem Wetter auf meiner zwanzigminütigen Heimfahrt nach der Arbeit zum ersten Mal hören - selbstverständlich auf Dauerschleife und auf voller Lautstärke. Als die Bläser zum ersten Mal einsetzten passten Wetter und Musik in diesem Moment aber mal sowas von perfekt zusammen! Als im C-Teil dann zum ersten Mal "20 Jahre Punkrock, Bier und Schweiß" in deutlich sanfterer Vertonung gesungen wurde: Gänsehaut bei 32 Grad Außentemperatur. Dieses Lied vereint wirklich alles, was Destination Anywhere auszeichnet und macht definitiv Lust darauf, das Jubiläum zum Anlass zu nehmen, sich noch einmal durch die Diskografie der letzten 20 Jahre zu hören.

Neben meiner eigenen Einschätzung des Songs habe ich auch Sänger David um eine kurze Einordnung aus Künstlerperspektive gebeten, die ich an dieser Stelle mit euch teilen darf:

David Conrad

Es ist im Moment schwer sich an die Hoffnung zu klammern, dass am Ende alles gut wird. Und trotzdem gibt es auch in den dunklen Zeiten Lichter, die uns zeigen, dass nicht alles verloren ist. Das kann eine Freundin sein, ein Partner, die Großeltern, eine Band, ein Lied oder das reflektierte Funkeln einer Wasseroberfläche in einer Baumkrone, die sich über dir im Wind wiegt. Wir wünschen allen das Glück, dass sie diese Lichter in ihrem Leben haben und die Stärke und Weisheit sie zu erkennen. Davon, so ungefähr, handelt unser Jubiläumslied.

Mark Schneider

In Marks ländlicher Heimat fährt der letzte Bus kurz nach der Tagesschau (die um 20:00 Uhr). Die Nähe nach Köln, Frankfurt oder Wiesbaden hält ihn jedoch nicht davon ab, ständig auf Achse zu sein. Ob kleine Acts im Club oder Musikgiganten vor Tausenden: Besucht wird, was laut ist und Spaß macht! Dabei sind im Genre (fast) keine Grenzen gesetzt.

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