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Konzertbericht

Rock For People 2026 – Tag 2

06.08.2026 | Nataly Sesic

Schlechtes Wetter ist bekanntlich Interpretationssache – und gute Musik hilft sicherlich über die paar Regentropfen hinweg. An Tag 2 von Rock for People freuen wir uns auf Babymetal, The Plot in You, Thornhill und Papa Roach.

Highlight: Thornhill

Nach den verregneten Nächten in meinem nur semi-professionell aufgestellten Zelt könnte man meinen, meine Stimmung hätte schon den ersten Tiefpunkt erreicht, bevor es so richtig angefangen hat. 

Doch nein – Rock For People hat mich mit all seinem Schlamm und trotz dem Kondenswasser auf meinem Zeltdach an der Leine. Nicht nur spielen morgen Bring Me The Horizon, eine meiner absoluten Lieblingsbands, auf der Mastercard-Bühne, sondern ich darf mich schon heute auf ein sattes Line-up freuen.

Der Tag beginnt mit Banks Arcade, einem Act aus Australien, der mit „ROCKSTAR“ kurz vor dem Festival noch schnell meinen meistgehörten Song des Sommers rausgeballert haben. Trotz der kleinen Bühne und dem dementsprechend reduzierten Platz, ließen es sich die Zuschauer:innen nicht nehmen, wenigstens auf kleinem Raum zu randalieren. Eine Lidl-Kühltüte weht dramatisch im Wind und wird sodann ins Pit geschleudert, Jesus surft auf der Meute seiner Jünger gen Bühne, und ein Herr im Ninja-Outfit findet, ich stehe ihm im Graben irgendwie im Weg. Der ganz normale Wahnsinn also.

Ich hatte für Rock For People einige Acts auf dem Radar, darunter die eingangs schon genannten BMTH. Eine richtig positive Überraschung war Thornhill. Die Security warnte uns zuvor noch, dass wir eventuell den Graben räumen müssten. Das ohnehin miese Wetter schien nochmal aufmucken zu wollen. Tatsächlich führte der rapide Wind dann nur dazu, dass das viele Konfetti, das vom Vorabend übrig geblieben ist, die Band umtänzelt hat. Es war ein Moment wie aus einem Disney-Film – mit ein bisschen mehr Krach, versteht sich. 

Nachdem schon diese ersten paar Tage zwar viele Lichtmomente, doch kaum Sonne parat hatten, baden wir heute ganz festivaltypisch knöcheltief im Schlamm. Mit meiner quietschgelben Regenjacke und den dicken Dr. Martens gewappnet stolziere ich durch den Matsch. Die anderen Zuschauer:innen scheint das Wetter nicht zu stören; das Bier wird bei bester Laune kredenzt, und wer ein bisschen Halsschmerzen hat, kann sich bei einem Stand Knochenbrühe holen. Auch keine schlechte Idee.

Als hätte der innere Sonnenschein der tschechischen Musikfans eine Bitte gen Universum geschickt, kommt auch alsbald die echte Sonne raus. Perfektes Timing für das Set von All Time Low. Wie auch bei Rock im Park erfreuen wir uns dieses Jahr bei Rock For People vieler nostalgischer Favoriten. Es ist schon etwas Besonderes, mit 32 „Dear Maria, Count Me In“ inmitten einer Crowd mitzusingen, wenn man es 2007 noch ganz alleine seinem MySpace-Profil entgegen brüllen musste.

The Plot In You sind vielleicht nicht als Gute-Laune-Macher bekannt, doch man sah den Fans in der ersten Reihe an, dass sie es kaum erwarten konnten, ihren Emotionen zu dieser alteingesessenen Band freien Lauf zu lassen. „Forgotten“ vom aktuellen selbst-betitelten Album hat auf den sozialen Medien ordentlich Wellen gemacht und so neue (und alte) Aufmerksamkeit auf die Band gezogen. 

Babymetal waren ein Heidenspaß, vor allem, weil ich über den Act viel gehört, ihn aber nie live gesehen habe. Als Banausin, die nichts über die Lore der Band weiß, würde ich Babymetal als herausragend riffige Anime-Opening-Musik bezeichnen. Ich habe in der Meute jedenfalls nur lächelnde Gesichter gesehen.

Mein Tag endet mit Papa Roach. Wer meinen Rock Im Park-Bericht gelesen hat, weiß, dass dort mein persönlicher Beef mit der Band begann. Ich habe nämlich keinen Fotopass bekommen. Das war sicherlich ein Versehen, welches das Management noch lange bereuen wird. Umso größer war die Spannung beim Gang zur Liste an diesem Morgen. Und tatsächlich: Auch zu Rock For People haben Papa Roach entschieden, dass ich nicht zum illustren Kreis der Wenigen gehören würde. 

Beim Southside habe ich noch einmal die Chance, auf dieser magischen Liste zu landen. Heute reicht es nur zum Fan. Und ich bin ein großer Fan, seit 2004, als ich noch an meinem alten Windows Computer Sonic The Hedgehog-AMVs zu „Getting Away With Murder“ geschnitten habe. Aller Entrüstung zum Trotz schlägt nichts ein Papa Roach-Singalong.

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