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Konzertbericht

Alexander Eder im Berliner Admiralspalast: Große Stimme im intimen Rahmen

22.10.2026 | Sandy Schwartzrock

Wer Alexander Eder bisher vor allem durch “The Voice of Germany”, von energiegeladenen Showbühnen oder seiner durchdringenden, immer offen-amüsanten Social-Media-Präsenz kennt, wurde am 09.10.2026 im Admiralspalast Berlin eines Besseren belehrt. Im Rahmen seiner Unplugged-Tour verzichtete der Österreicher auf sein gewohnt wuchtiges, von Pyrotechnik gezeichnetes Arrangement und setzte stattdessen auf die reine Energie eines Unplugged-Sets.

Schon beim Betreten des Admiralspalasts umgab die Besuchenden dieses einzigartige Flair des Theaters. Es zählt zu den wenigen erhaltnen Vergnügungsstätten vom Anfang des 20. Jahrhunderts und glänzt mit seinem ganz besonderen Theatercharm. Die roten Samtsitze des Saals luden zu einem gemütlichen Abend; der edle Kronleuchter, der mittig an der Saaldecke thronte, sowie die prunkvollen Ränge beeindruckten so Manchen. Zweifelsfrei gehört der Admiralspalast zu den stimmungsvollsten und schönsten Spielstätten der Hauptstadt. Wo gewöhnlich große Musical-Produktionen, Kabarett oder großartige Bühnenshows zu Hause sind, wirkte das musikalische Setup des Ausnahmekünstlers wie ein ausgeklügeltes, perfekt auf die Location abgestimmtes Design. 

Seit “The Voice of Germany” im Jahr 2018 war der Sänger und Singer-Songwriter mir nicht unbekannt. Ein paar Konzerte durfte ich bereits erleben – Immer mit dem typisch kraftvollen, energiegeladenen Feeling. Dieses Mal spürte ich ein Kribbeln im Bauch beim Betreten des
Saals. Würde diese markante Stimme im Saal des Admiralspalasts untergehen? Noch dazu hatte jeder Zuschauende einen Sitzplatz, sodass die Frage aufkam, ob tatsächlich getanzt und gefeiert werden konnte. Ich sollte im Laufe des Abends am eigenen Leib erfahren, dass
Tanzen durchaus möglich war und Alexander Eder keine mächtige Show brauchte, um seine Fans gänzlich abzuholen.

Als das Licht final gedimmt wurde und die Band ihren Platz einnahm, war die vertraute Aufregung im Publikum, und auch bei mir, spürbar. Es hätte keinen passenderen Einstieg in den Abend geben können, als Alexanders Song “Eine dieser Nächte” seines letzten Albums “Quer durch die Bank”. Denn auch dieser Abend würde eine dieser Nächte sein, von der man sich noch Wochen später erzählen würde. Es brauchte keine imposante Lichtshow, keine protechnischen Effekte, um das Publikum bereits im ersten Song von ihren Sesseln zu holen. Sobald der 27-Jährige die ersten Töne anstimmte, wurde Jedem klar, warum seine Stimme ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der deutschsprachigen Musiklandschaft ist. Der raue, tiefe Bass in seiner Stimme – das Markenzeichen, das den Sänger bekannt machte – klang im Akustikgewand noch präsenter, noch ehrlicher und emotionaler als auf Platte.

Ohne laute E-Gitarren, nur begleitet von Akustikgitarren, zwei Streichern, einem Schlagzeug und Keyboarder, gab es keine Möglichkeit sich zu verstecken. Der Fokus lag allein auf der Stimme des Österreichers. Das Publikum erhielt zu hundert Prozent Fokus, Emotion und Gefühl. Jeder Ton, jede feine Nuance und jede kleine Unreinheit seiner Stimme hallte durch das Theater. Besonders bei den ruhigen Balladen erzeugte das Zusammenspiel aus Akustik und Alexanders Stimme eine Atmosphäre, die bis in die obersten Ränge Gänsehaut bescherte. Ein Highlight des Abends: Der Künstler begab sich mitten ins Publikum. Irgendwo zwischen der Gemütlichkeit der Sitze und der direkten Fannähe blieb er bei einem Paar stehen und inszenierte zu seinem Song “Heiraten” eine kleine, intime Runde. Die nachfolgende Situation konnte dann aber selbst ein gestandener Künstler wie Alexander Eder nicht fassen: Aus der kleinen, arrangierten Szene wurde ein echter Heiratsantrag – in diesem Sinne herzlichen Glückwunsch an das frisch verlobte Paar!

Doch zwischen all den emotionalen Momenten kam auch die Party nicht zu kurz. Vom Heiraten ging es sofort zu dem leicht verruchten Song “Jolie”, der das Publikum gleichzeitig schmunzeln und laut mitsingen ließ. Vom Sitzen war zu diesem Zeitpunkt schon gar keine Rede mehr. Der Saal verwandelte sich Stück für Stück in eine ausgelassene Feier auf das Leben. Es war genau diese Mischung aus intimem Wohnzimmerkonzert und mitreißender Energie, die dem Abend seine besondere Faszination verlieh.

Ich hatte die große Ehre, und das große Glück, die letzten beiden Songs schon vom Rande der Bühne erleben zu dürfen. Insbesondere der letzte Song des Abends, “Für diesen Moment”, sorgte für eine familiär emotionale Atmosphäre. Ich sah Menschen, die einander im Arm lagen; Menschen, die ihre Emotionen zuließen ohne sich unwohl fühlen zu müssen und Menschen, die lautstark mitsangen und der Message des Songs Ausdruck verliehen. Alexander Eder hat es geschafft. Er hat für diesen Moment gekämpft, den er im Rahmen seiner Unplugged-Tour weiterleben durfte und dessen Energie so rein wie nie durch den Saal klang.

Zum Abschluss des Konzerts kam die Band für ein Abschlussfoto zusammen und ganz theatergetreu warfen Zuschauende aus allen Bereichen des Parketts rote und weiße Rosen auf die Bühne. Ein Meer aus glücklichen Menschen strahlte aus dem Saal und die Band lachte ausgelassen in die Kamera. Für einen Moment nahm ich die Energie des Saals auf und kann mit Überzeugung sagen: Alexander Eder kann auch unplugged.

Wo man sich vor Beginn des Konzerts noch fragte, ob er eine solche Atmosphäre ebenfalls beherrschen kann, stand am Ende des Abends nur pure Begeisterung: Im intimen Rahmen des traditionsreichen Theatersaals entfaltete der Ausnahmekünstler mit der unverwechselbaren Reibeisenstimme eine emotionale Zusammenkunft der “ganz normal Gestörten”, die bis auf den obersten Rang wirkte.

Alexander Eder bewies mit seinem Unplugged-Auftritt im Berliner Admiralspalast nachhaltig, dass er weit mehr als nur ein stimmliches Ausnahmetalent mit hohem Wiedererkennungswert ist. Er ist ein mitreißender Entertainer, der es versteht, eine ehrliche Verbindung zum
Publikum aufzubauen. Das Akustik-Format holte die tiefsten Emotionen seiner Songs hervor und ließ seine Stimme so pur und eindringlich wie selten zuvor erstrahlen.

Das Konzert ließe sich im Kurzen zusammenfassen: Ehrlich, klanggewaltig und von einer Nähe geprägt, die man in dieser Form auf großen Konzertbühnen nur noch selten erlebt. Wer die Chance hat, Alexander Eder live zu erleben, sollte sich dies keinesfalls entgehen lassen.
Und nicht zu vergessen: Wer einmal im Club der ganz normal Gestörten ist, bleibt es ein Leben lang.

Bis dahin, wir sehen uns auf der nächsten Tour, wenn Alexander Eder mit “Liebe & Krawall” zurück auf die deutschen Bühnen kommt!

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