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Kolumne

GenreGPT - Ausgabe 16: Kawaii-Core

21.08.2025 | Moritz Zelkowicz

Willkommen in der Nische! Es gibt alle Genres, denk dir eine Kombination aus und du wirst eine Playlist dazu finden. Und wir fragen ChatGPT, welche Nische wir mit der Taschenlampe der Kritik beleuchten und welche Schätze wir mit dem Staubwedel der Bewunderung freilegen. Das ist GenreGPT! Heute: Kawaii-Core.
©
Spotify

Es gibt Genres, die erklären sich von selbst. Doom Metal? Ja, klingt doomig. Progressive Bluegrass? Da wird’s schon schwieriger, aber wenigstens weiß man, was die Zutaten sind. Und dann gibt es Kawaii-Core. Das klingt nicht nur absurd, das ist es auch – und gleichzeitig todernst. Wenn Metalcore die finstere, breitschultrige Cousine auf der Familienfeier ist, dann ist Kawaii-Core das hyperaktive Anime-Maskottchen, das dir zwischen zwei Breakdowns Zuckerwatte ins Gesicht klatscht.

Was ist das denn nun?

Kawaii-Core ist die Mischung aus Metalcore/Deathcore-Elementen (Growls, Breakdowns, Double-Bass-Gewitter) und hyperniedlichen Pop- oder J-Pop-Melodien. Da trifft das „Ugh“ eines Slam-Vocalists direkt auf ein „Kyaa~“ eines Anime-Openings. Typisch sind abrupte Wechsel: eben noch klingt es nach einem stumpfen Beatdown von Emmure, dann auf einmal singen drei Mädchenstimmen über Regenbögen und Pfannkuchen. Wer das nicht kennt, glaubt beim ersten Hören, der Streamingdienst hätte zwei Tracks übereinandergelegt.

Die Ursprünge – oder: Japan lacht wieder zuerst

Das Ganze hat seinen Ursprung – wenig überraschend – in Japan. Die wohl berühmteste Formation: Babymetal. Natürlich haben sie den Begriff „Kawaii-Core“ selbst nie ernsthaft verwendet (wer würde das auch auf Tourplakate drucken?), aber ihre Mischung aus Idol-Pop und druckvollem Metal hat das Fundament gelegt. Ihr Debüt von 2014 war ein internationales Kuriosum: drei Idol-Mädchen, die über choreographierte Tanzmoves süß trällern, während im Hintergrund ein virtuos zusammengecastetes Metal-Ensemble Blastbeats serviert. „Gimme Chocolate!!“ ist in der Szene mittlerweile so ikonisch, dass man sich kaum entscheiden kann, ob man lachen, weinen oder den Nacken durchtrainieren soll.

Von Wrestlern und Schuluniformen

Noch absurder, und damit auch näher an der Essenz des Genres, sind Projekte wie Deadlift Lolita. Dahinter steckt die Wrestlerin Reika Saiki und – kein Witz – der Australier Ladybeard, ein bärtiger Mann in Schulmädchenuniform. Die Musik? Metalriffs, Growls, Synthgewitter, und mittendrin Reikas zuckersüße J-Pop-Stimme. Ein bisschen wirkt es wie eine Parodie, aber genau darin steckt die Genialität: Es ist zu ernst gespielt, um nur Gag zu sein, und zu bunt gekleidet, um ernst genommen zu werden.

Die internationale Ausbreitung

Natürlich blieb das Phänomen nicht in Japan. Dank Myspace, Tumblr und später TikTok tauchten auch im Westen Bands auf, die diesen Ansatz ausprobierten. Poppy flirtete lange mit dem Genre – ihre ersten Singles wirkten wie eine KI-generierte Kreuzung aus Vocaloid, Barbie und Nine Inch Nails. Später driftete sie stärker Richtung Industrial, aber Songs wie „X“ atmen noch genau dieses „süß trifft brutal“-Gefühl.
Auch in der DIY-Ecke finden sich zahllose Projekte, etwa auf Bandcamp: Kawaiicorechan666, ein Name, der klingt, als sei er direkt aus einem Discord-Meme-Server gefallen, verbindet Trap-Beats, Anime-Samples und Core-Breakdowns, allerdings so lo-fi produziert, dass man denkt, der Song sei auf einem Toaster aufgenommen.

Das Paradoxon

Das Spannende am Kawaii-Core ist weniger die Musik selbst, sondern die Haltung. Während Metalcore-Bands oft mit ernster Miene ihre „Wir hassen die Welt“-Pose durchziehen, sagt Kawaii-Core: „Wir hassen die Welt, aber wir sehen dabei verdammt niedlich aus.“ Es ist Ironie und Ernst zugleich, eine subversive Brechstange gegen die ewige Ernsthaftigkeit im Metal. Wenn Bands wie PassCode ihre Pop-Electro-Refrains mit gutturalen Shouts verknüpfen, ist das nicht nur ein Genre-Gimmick – es ist auch ein Statement: Härte und Niedlichkeit schließen sich nicht aus.

Und das Publikum?

Nun ja. Kawaii-Core hat eine sehr spezielle Fanbase. Da stehen Metalheads mit Kutte neben Cosplayern im Pikachu-Onesie, und beide brüllen im Refrain „Chocolate! Chocolate!“. Festivals, auf denen solche Bands spielen, sind eine Mischung aus Moshpit und Idol-Show, bei der man sich fragt: „Ist das hier Circle Pit oder doch Sailor Moon?“

Fazit:

Kawaii-Core ist der Regenbogen über dem Moshpit. Eine Bubblegum-Explosion, die sich über Double-Bass-Rolls ergießt. Niemand macht das Genre lange und ernsthaft, zu groß ist die Versuchung, ins Parodistische oder ins reine J-Pop-Idol-Geschäft abzudriften. Aber genau das macht es spannend: Für ein paar Tracks lang ist es der schrägste, süßeste, brutalste Zuckerflash der Musikgeschichte. Und das reicht vollkommen.

Moritz Zelkowicz

Moritz ist als Franke im sehr nahen Osten (Thüringen) gelandet. Er ist Teil der Lügenpresse auf Bundesebene und Bundesumweltminister der Redaktion. Musikalisch ist er überall dabei, ob Punk, Core oder Rap, erlaubt ist, was gefällt.

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