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Interview

Interview mit David Osterhout von Bike Routes: Gute Aussichten

24.06.2026 | Nataly Sesic

Selten hat ein Bandname so gut zu seinem Künstler gepasst wie hier: Bike Routes, bürgerlich auch als David Osterhout bekannt, schreibt Musik, die sich wie der szenische Weg zum Ziel anfühlt. Ich treffe David virtuell, um über das neue Album, „Prairie“ (VÖ: 26.06.26) zu sprechen – und viel zu lachen.
©
bellamy brewster

David lässt sich nur sehr ungerne einen „Multi-Instrumentalisten“ nennen. Er spielt Gitarre, ja. Und ganz ok Bass. Er wünschte, er würde besser Klavierspielen. Aber so richtig ist das alles nichts. „Es ist ja nicht so, als würde ich Klarinette spielen oder so,“ sagt er. 

Ich muss ein wenig lachen, dass die heilige Klarinette das Instrument ist, das laut David die musikalische Spreu vom Weizen trennt. Auf meinen Kommentar hin korrigiert er sich. Harfe spielt er auch nicht.

Na dann. Kein richtiger Musiker.

Schon in der Highschool schrieb David Lieder, schrieb Lieder und träumte von der großen Karriere als Rockstar. Es ist die ganz typische Geschichte eines Tagträumers aus einer Kleinstadt. Als er dann kurz vor seinem Schulabschluss steht, entscheidet David jedoch, etwas Vernünftiges zu machen, und den Musikertraum an den Haken zu hängen. 

Es war sein Vater, der ihn zur Seite nahm und daran erinnerte, das zu tun, wonach er sich wirklich sehnt. Das gab ihm die Erlaubnis, im wahrsten Sinne des Wortes, seinen Träumen zu folgen. 

Auch der Bandname „Bike Routes“ war ein spontaner Vorschlag von Davids Vater. Schließlich gebe es überall Schilder, um Fahrradrouten anzuzeigen. Free Publicity! Anfangs tat David das lachend ab. Aber der Name ging ihm nie ganz aus dem Kopf. 

Bike Routes beginnt und bleibt ein Familienprohekt. Davids Produzent ist Zack, einer seiner besten Freunde. „Er ist die Person, der ich meine Musik am liebsten zeige,“ meint David. Das Gute an Zack: Er scheut weder vor Komplimenten, noch vor harscher Kritik zurück. Familie darf sich schließlich auch mal streiten. 

„Für 'Prairie' waren wir 12 Monate lang in einem Raum zusammen eingesperrt,“ erklärt David grinsend. „Manchmal sind wir einander auf die Nerven gegangen, aber wir sind uns nie an die Gurgel gegangen. Es hat nie aufgehört, Spaß zu machen.“

Das hört man auch auf dem fertigen Album. „Prairie“ ist in vielerlei Hinsicht ein einfaches Album, gesponnen aus den alltäglichen Erfahrungen eines alltäglichen Mannes. 

David versprüht als Mensch und als Musiker die Energie eines sonnigen Studenten von der örtlichen Universität. Gleichzeitig spielt er als Support für The Bleachers. Er lebt ein bisschen ein Doppelleben, und so scheint es ihm zu gefallen. 

Ich frage – kurz besorgt – wie es denn nun weitergehen soll, da er DAS Album geschrieben hat. Sind wir am Ende vom Fahrradweg angekommen?

Nein, natürlich nicht. David ist nie nicht am Schreiben. Kaum ist eine Sache geschafft, steckt er schon mit Haut und Haaren im nächsten Projekt. Das macht auch sein sonniges Gemüt aus: Liebe für die Arbeit an Musik.

Bevor es weiter geht, müssen wir aber innehalten, und uns auf „Prairie“ freuen. Das Album erscheint am 26.06.26 bei Blue Grape Music.

Nataly Sesic

Unter Freund:innen weiß man: Wenn du neue Musik auf die Ohren brauchst, fragst du Nataly. Als Maximalistin im wahrsten Sinne des Wortes liebt sie „too much“: sei es Pop der 2010er, Rock der 80er oder mysteriöse Subgenres irgendwo zwischen tumblr und Totalausfall; Nataly hat dazu eine Meinung - und sicher einige Fun Facts parat. Wenn sie nicht gerade auf einem Konzert ist, macht Nataly die Hallen ihrer Universität unsicher, schreibt oder liest Bücher oder hat selber die Gitarre in der Hand.

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